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Niels Pfannenschmidt (l.) rückte 2013 vom Trainer der Youngsters zum Head Coach des TBV auf

Der TBV Lemgo stürzt auf einen Abstiegsplatz. Die Klub-Ikone schlägt Alarm. Niels Pfannenschmidts Analyse macht wenig Hoffnung.

Lemgo - Fünf Niederlagen in Serie, Durchhalteparolen der Verantwortlichen und eine Klub-Ikone in Sorge: Der zweimalige deutsche Handball-Meister TBV Lemgo steckt tief in der Krise, der Traditionsklub befindet sich im Tiefflug.

Das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt ist auf Platz 17 der DKB HBL (die stärkste Liga der Welt - LIVE im TV auf SPORT1) abgerutscht - und Besserung scheint zumindest kurzfristig nicht in Sicht. Der Gang in die zweite Liga droht.

"Allen muss bewusst werden, dass man sich im Abstiegskampf befindet", sagte der frühere Welthandballer Daniel Stephan: "Ich mache mir Sorgen."

Ernüchternde Packung

Die glorreichen Zeiten, in denen der TBV unter der Regie des Ex-Nationalspielers mit erfrischendem Tempo-Handball die beiden Meistertitel von 1997 und 2003 feierte, sind längst verblasst. (SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen)

Die Realität unter Coach Pfannenschmidt und Geschäftsführer Christian Sprdlik im Jahr 2014 ist eine andere. (STENOGRAMME: Der 9. Spieltag)

Nach der desillusionierenden 23:30-Pleite am Wochenende gegen den SC Magdeburg stand den Verantwortlichen die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. "Wir werden jetzt alles tun, aber nicht den Kopf in den Sand stecken", sagte Sprdlik, der den Klub in einer finanziell äußerst schwierigen Situation 2012 übernommen hatte: "Wir sind hochmotiviert, die entscheidenden Punkte zu holen. Und ich bin sicher, dass wir das am Ende des Tages auch machen werden."

Die Folgen der Beinahe-Insolvenz

Die Analyse von Trainer Pfannenschmidt dürfte den Anhängern des TBV unterdessen wenig Hoffnung auf schnelle Besserung machen.

Es habe an "Quantität und Qualität" gefehlt, stellte der 40-Jährige nach der Pleite gegen Magdeburg fest, wohlwissend, dass sich daran auf die Schnelle kaum etwas ändern wird. "Es war uns schon vor der Saison klar, dass es kein leichtes Jahr wird", sagte Sprdlik.

Nach der Beinahe-Insolvenz und einem Loch von 1,4 Millionen Euro im Etat vor zwei Jahren musste der ehemalige Spitzenklub seinen Gürtel deutlich enger schnallen.

Die Krise ist Neuland

Der Spagat aus wirtschaftlicher Sparsamkeit und sportlicher Entwicklung gelang zunächst gut. In den beiden vergangenen Spielzeiten kamen die Ostwestfalen jeweils ungefährdet auf Platz neun ins Ziel.

Die aktuelle Gefahrensituation ist Neuland für den TBV und Coach Pfannenschmidt, der seit 2013 im Amt ist. "Im letzten Jahr war der Auftakt sensationell gut. So eine Stresssituation hatten Mannschaft und Trainer noch nicht", sagte der frühere Welthandballer Stephan, der von 2007 bis 2009 auch als sportlicher Leiter in Lemgo arbeitete.

In der Krise müssten nun alle an einem Strang ziehen, forderte Stephan, dann glaube er an den TBV.

Im Pokal gegen die Kieler

Und vielleicht kommt das Zweitrunden-Duell im DHB-Pokal am Dienstag (19.30 Uhr) beim THW Kiel genau zur rechten Zeit.

Nicht nur Stephan wird sich erinnern: Am 1. Spieltag schlug das Pfannenschmidt-Team die "Zebras" völlig überraschend mit 27:21 - dann folgte der Einbruch.

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