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Paul Drux (M.) erzielte jüngst gegen den HC Erlangen drei Tore

Der Pokalsieger schlägt Alarm: Erstmals seit dem Aufstieg 2007 zeigt die Formkurve der Füchse Berlin nach unten - und zwar deutlich.

9:9-Punkte bedeuten vor dem Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar (ab 19.45 Uhr im LIVESTREAM und in den LIVESCORES) in der DKB HBL zwar eine ausgeglichene Bilanz. Doch Platz zwölf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) ist viel zu wenig für den ambitionierten Hauptstadtklub.

Das sieht auch Geschäftsführer Bob Hanning so und mahnt - mit Nachdruck. "Nach der Halbzeit haben wir eine desolate Leistung gezeigt. Das geht gar nicht", sagte der 46-Jährige jüngst nach dem enttäuschenden 26:26 gegen Aufsteiger HC Erlangen (BERICHT: Füchse Berlin schlittern in die Krise).

Dem Unentschieden in einem Spiel, das eigentlich die Wende bringen sollte. Zur Pause lag das Team noch vier Tore vorn (16:12). Doch die Verunsicherung ist beim Pokalsieger in diesen Tagen beinahe greifbar.

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"Wir stehen zu recht dort", meinte Coach Dagur Sigurdsson auf die Tabellensituation angesprochen. Eine Aussage, die den so erfolgsverwöhnten Fans wenig Anlass auf Besserung geben dürfte.

Der Isländer steht im Fokus der Kritik. Oder vielmehr seine Doppelfunktion - schließlich ist er parallel Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft.

Berliner Medien gehen in die Offensive und fragen, ob seine Aufgabe beim Deutschen Handballbund (DHB) und den Füchsen wirklich vereinbar sei. Es ist eine Diskussion, die bereits vor der Saison ihren Ursprung fand. Doch sie erfährt jetzt Relevanz. Denn die Krise ist allgegenwärtig.

Der Klub, der in Nationalkeeper Silvio Heinevetter und dem Tschechen Petr Stochl nicht nur über das mutmaßlich beste Torhütergespann der Liga verfügt, droht früh den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren.

Manager und Trainer haben den Ernst der Lage erkannt. Immerhin. "Da gibt es nichts schönzureden", sagte Hanning. Sein Coach zog nach: "Man darf jetzt nicht wegschauen", meinte der 41-Jährige.

Hanning möchte die angespannte Personaldecke nicht als Ausrede gelten lassen. Bartlomej Jaszka, Denis Spoljaric, Pavel Korak und Colja Löffler fehlen allesamt verletzungsbedingt.

Und die Nachverpflichtungen Peter Nenadic und Kasper Nielsen können sie nicht wie erhofft adäquat ersetzen. Auch die DHB-Youngster Fabian Wiede (20 Jahre) und Paul Drux (19) können die von Hanning öffentlich geforderte Führungsrolle nicht ausfüllen - noch nicht.

Die beiden Rückraumspieler kamen gegen Erlangen zusammen auf gerademal drei Tore. Es mangelt ihnen schlicht an Erfahrung.

Und so herrscht bei vielen Fans eben die Meinung vor, dass sich ihr Coach mit der Doppelfunktion keinen Gefallen getan hat ? und vor allem seinem Klub nicht. Bisher lächelt der Isländer Fragen diesbezüglich nonchalant weg. Noch. Denn weitere Negativergebnisse, und die ohnehin angespannte Stimmung droht endgültig zu kippen.

Bei der mit 7:7-Punkten ebenfalls durchwachsen gestarteten HSG Wetzlar gilt's für die Hauptstädter. Sigurdsson gab verbal schon mal die Devise vor: "Wir müssen jetzt diese Herausforderung meistern. Das gilt für mich und alle im Verein."

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