vergrößernverkleinern
Michael Kraus (l.) wurde 2007 mit Deutschland Weltmeister. ZUM DURCHKLICKEN: Die Karriere des "Mimi" Kraus

Die Nationale Anti Doping Angentur (NADA) geht gegen den Freispruch für Handball-Nationalspieler Michael Kraus in dessen Meldepflicht-Fall vor.

Wie die NADA am Montag bekannt gab, legte sie Rechtsmittel bei einem von der Satzung des Deutschen Handballbundes vorgesehenen Ad-hoc-Schiedsgericht ein.

Kraus war Ende August von der Anti-Doping-Kommission des DHB vom Vorwurf eines möglichen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen freigesprochen worden.

Die Kammer berief sich in ihrer Urteilsbegründung auf die Einlassung des Sportlers, er habe das Klingeln des Kontrolleurs bei einem Kontrollversuch am 20. November 2013 nicht gehört. Damit läge kein Verschulden des Athleten vor.

Ein Kontrollversäumnis am 20. November 2013 wäre das insgesamt dritte Meldepflicht- und Kontrollversäumnis (Strike) des Nationalspielers innerhalb von 18 Monaten gewesen. Dies stellt gemäß NADA-Code einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen dar und hätte eine Sanktion nach sich gezogen.

"Mit der Überprüfung durch ein unabhängiges Schiedsgericht strebt die NADA eine weitergehende Klärung des Einzelfalles an. Die NADA sieht durch das Urteil der ADK des DHB das Kontrollsystem gefährdet", hieß es in einer NADA-Mitteilung: "Wenn Sportler sich in Zukunft auf dieses Urteil berufen, können sie sich jederzeit einer Dopingkontrolle entziehen, ohne dass dies Konsequenzen hätte. Damit wird eine Lücke im Regelwerk geöffnet, die durch die Meldepflichten in den vergangenen Jahren geschlossen wurde."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel