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Mannheim - Der THW Kiel vermasselt den Rhein-Neckar Löwen die Revanche für das irre Meisterfinale und schließt zum Tabellenführer auf.

Titelverteidiger THW Kiel hat einen Prestigesieg gelandet und das Gipfeltreffen der DKB HBL bei Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen gewonnen.

Der Rekordmeister bezwang die Badener dank einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt mit 29:28 (12:11) und schloss punktemäßig zum Spitzenreiter auf (beide 18:4).

Canellas und Vujin stark

Vor 13.200 in der ausverkauften Arena in Mannheim besiegelten Joan Canellas (9/4) und Marko Vujin (8) als beste Werfer der Kieler die zweite Saison-Niederlage der Löwen.

Der THW hatte bereits zuvor zwei seiner ersten zehn Ligapartien verloren und sich in Zugzwang gebracht.

Bei den Gastgebern, in deren Reihen Keeper Niklas Landin überragte, trafen Uwe Gensheimer (8/4) sowie Alexander Petersson (5) am besten.

"Unglaublich wichtig"

"Es ist unglaublich wichtig, dass wir hier gewonnen haben", sagte der serbische Nationalspieler Vujin bei SPORT1.

Er ergänzte: "Ich hoffe, dass jetzt unsere Phase kommt und wir alle unsere Spiele bis zum Saisonende gewinnen."

Löwen-Spielmacher Andy Schmid haderte: "Wenn man den THW schlagen will, müssen mehrere Spieler auf einem Toplevel sein. Das haben wir diesmal nicht geschafft."

Löwen-Abwehr bremst Kiel

In einer hektischen Partie taten sich zunächst vor allen Dingen die pomadig wirkenden Kieler schwer.

Es dauerte bis zur 10. Minute, ehe dem Team von Trainer Alfred Gislason das erste Feldtor zum Anschluss (2:3) gelang.

Die aggressive 6:0-Deckung der Löwen mit Stefan Kneer, der trotz einer Fingerverletzung spielte, und dem Spanier Gedeon Guardiola in der Zentrale stand sicher.

Landin überragend

Zudem präsentierte sich der einstige Europameister Landin im Kasten der Hausherren in Weltklasseform.

Alleine in der ersten Halbzeit parierte der Däne, der nach der Saison ausgerechnet nach Kiel wechselt, zwölf Würfe.

Auf der Gegenseite bekamen im THW-Gehäuse zunächst weder Johan Sjöstrand noch der in der 21. Minute eingewechselte Andreas Palicka einen Ball zu fassen.

Löwen ziehen davon

Zweimeter-Hüne Landin war es auch zu verdanken, dass die Löwen binnen knapp drei Minuten von 6:5 auf 9:5 (22.) davonziehen konnten.

In der Folge steigerten sich die Gäste, die weiterhin auf ihren Kapitän Filip Jicha (Sprunggelenk-OP) sowie Aron Palmarsson (Muskelfaserriss) verzichten mussten, und kamen bis zur Halbzeit auf einen Treffer heran.

Revanche für irres Meisterfinale?

Den Badenern war deutlich anzumerken, dass sie zumindest eine kleine Revanche für das spektakuläre Finale der Vorsaison wollten.

Am 24. Mai hatten den Löwen im Fernduell mit dem Rekordmeister mickrige zwei Tore zum ersten nationalen Titel der Vereins-Geschichte gefehlt.

Vujin dreht auf

Doch nach dem Wechsel leistete sich der "Vize" einige technische Fehler - Kiel kam folgerichtig beim 14:13 (35.) zu seiner ersten Führung.

Die Vorentscheidung fiel, als die vom immer stärker werdenden Linkshänder Vujin angeführten Norddeutschen knapp eine Minute vor dem Ende durch das einzige Tor von Welthandballer Domagoj Duvnjak in Führung gingen (29:28).

Löwen-Profi Kim Ekdahl du Rietz traf wenig später nur noch die Latte, Regisseur Andy Schmid vergab mit einem Freiwurf in der Schlussekunde auch die letzte Chance.

"Selbst wenn wir verloren hätten, hätte das im Meisterschaftskampf noch gar nichts bedeutet. Es sind noch so viele Spiele zu absolvieren", sagte Gislason, der Vujin lobte: "Er hat uns unglaublich geholfen mit seinen Toren."

Auch Storm wechselt die Seite

Brisanz bestand beim ersten Aufeinandertreffen der Erzrivalen in der laufenden Saison auch, weil der ehemalige Löwen-Manager Thorsten Storm die Seiten gewechselt hat und nun Wahl-Kieler ist.

Sein Amt beim 19-maligen Meister tritt der 49-Jährige, der nicht in der Halle war, allerdings offiziell erst am 1. November an.

Ursprünglich sollte Storm erst im kommenden Sommer zu den Zebras kommen.

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