vergrößernverkleinern
Michael Kraus (r.) spielt seit 2013 für Frisch Auf! Göppingen

München - Frisch Auf rockt die Liga - und will gegen Kiel noch mehr. SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar erklärt den Höhenflug.

Von Marcus Friedrich

Wer vor der Saison die Top drei Teams der DKB HBL benennen sollte, hatte Frisch Auf Göppingen wahrscheinlich nicht auf dem Zettel.

Doch nach 13 Spielen hat sich das Team in der Spitzengruppe festgesetzt - und präsentiert sich als hartnäckigster Verfolger von dem punktgleichen Spitzenduo Rhein-Neckar Löwen und THW Kiel.

Im Duell mit Serienmeister Kiel (ab 20.15 LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM) will die Mannschaft um Nationalspieler Michael Kraus nun nachhaltig beweisen, dass sie auch gegen die Topriegen der Liga bestehen kann.

Denn: Sowohl gegen die Rhein-Neckar Löwen (20:26) als auch gegen Tabellennachbar SG Flensburg-Handewitt (26:34) hatte es zuvor Pleiten gesetzt.

Stefan Kretzschmar erwartet Duell auf Augenhöhe

Gegen Kiel erwartet SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar jetzt allerdings ein Duell auf Augenhöhe - und einen heißen Tanz::

"Es wird ein tolles Spiel von zwei gleichwertigen Mannschaften. Und das in der Hölle von Göppingen, wo wirklich eine Wahnsinns-Atmosphäre herrscht", sagt der Ex-Nationalspieler.

"Wenn sie diese Kieler zu Hause in Bedrängnis bringen können oder sie sogar schlagen, muss man sie dort oben im Drei- oder Vierkampf endgültig ernst nehmen und auf dem Zettel haben", meint Kretzschmar.

Was dabei mit den Ausschlag geben könnte: Den Kielern steckt womöglich noch das kräftezehrende Spiel in der Champions League gegen PSG Handball (27:25) in den Knochen.

"Göppingen ist ein Kandidat für einen der drei Champions-League-Plätze", sagt auch THW-Trainer Alfred Gislason in den "Kieler Nachrichten" voller Respekt vor dem Gegner, "der Kader ist inzwischen so breit, dass jede Lücke gestopft werden kann."

Nyokas hat das gewisse Etwas

Der Göppinger Höhenflug hat gleich mehrere Gründe - einer sind die gezielten Verpflichtungen vor der Saison:

"Kevynn Nyokas auf Halbrechts ist ein Schlüsselfaktor. Ein unberechenbarer und athletischer Spieler, der ihnen das gewisse Extra gibt", so Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne.

"Er erinnert mich in seinen Bewegungsabläufen an Daniel Narcisse", sagt auch Gislason.

Und auch Spielmacher Michael Kraus blüht plötzlich wieder auf. Der Nationalspieler ist für Kretzschmar nach wie vor einer der besten Mittelleute in Deutschland.

Gemeinsam mit Tim Kneule treibt er das Team an und bildet aktuell eines der besten Duos in der Rückraummitte.

Trainer Andersson mit System

Sein Übriges tut der Trainer: "Magnus Andersson lässt ein ideal auf die Spieler abgestimmtes System spielen. Sie haben Fighter, aber auch Künstler in ihren Reihen. Diese Mischung macht's", so "Kretzsche".

Seitdem der Schwede beim neunmaligen deutschen Meister sowie Europacup-Sieger von 2011 und 2012 am Werk ist, geht es für das Team steil bergauf.

Göppingen Geschäftsführer Gerd Hofele bezeichnet Andersson daher als "Glücksfall".

Binnen sechs Monaten formte der ehemalige Spielmacher eine durchschnittliche Truppe zu einem Anwärter auf die ganz vorderen Plätze.

Und Göppingen scheint noch nicht am Limit zu sein.

Faktoren, die Erfolg versprechen

Das Team verspricht alles, was eine Topmannschaft braucht: Einen Trainer mit System, Führungsspieler sowie eine geschlossene Mannschaft.

Hinzu kommen eine lange Tradition, eine Halle die zum Hexenkessel wird sowie eine wirtschaftlich starke Region.

Kretzschmar glaubt, dass die Schwaben gar dauerhaft mit Hochkarätern wie den Rhein-Neckar Löwen oder der SG Flensburg konkurrieren kann.

Und dann könnte der Name Frisch Auf Göppingen immer fallen, wenn es um die Top-Drei-Klubs der Bundesliga geht.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel