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Iker Romero Füchse Berlin
Die Füchse Berlin (l. Iker Romero) gewannen die letzten zehn Derbys © Imago

Im Duell zwischen dem SCM und Berlin geht es nicht nur ums Prestige. Stefan Kretzschmar erwartet einen heißen Fight.

Das Derby zwischen dem SC Magdeburg und Pokalsieger Füchse Berlin (Mi., ab 20.10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-STREAM) verspricht, einmal mehr ein heißer Tanz zu werden.

"Da ist ordentlich Zunder drin, da wird's zur Sache gehen", ist sich der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar bei SPORT1 sicher. Kretzschmar spielte elf Jahre für den SCM und weiß daher nur zu genau um die Bedeutung des Derbys.

"Es ist ein Prestigeduell. Es geht um die Vormacht im Osten", sagte der SPORT1-Experte über das Duell des Tabellenfünften mit dem Sechsten in der DKB HBL, das auch für die Qualifikation zu den internationalen Wettbewerben große Bedeutung hat.

Magdeburg und Füchse auf Augenhöhe

Seinen ehemaligen Klub, den er 2002 zum Sieg in der Champions League führte, sieht "Kretzsche" erstmals seit langem auf Augenhöhe mit den Berlinern.

Der Emporkömmling aus der Hauptstadt hat den altehrwürdigen Traditionsklub aus dem 150 Kilometer entfernten Magdeburg in den vergangenen Jahren regelmäßig hinter sich gelassen.

"Es bietet sich dem SCM die Chance, am Ende der Saison mal wieder vor den Füchsen zu stehen. Das ist wichtig für das Selbstvertrauen des Vereins, nachdem ihnen die Berliner in den vergangenen Jahren den Rang abgelaufen haben - im Osten", so Kretzschmar.

Lange Negativserie

Zehn Mal in Serie haben die Magdeburger das Derby zuletzt verloren. Um die elfte Niederlage abzuwenden, benötigen die Magdeburger laut Kretzschmar vor allem die Unterstützug der Fans in der ausverkauften GETEC Arena und eine starke Defenive:

"Sie werden dieses Spiel gegen Berlin gewinnen, wenn sie ihre Halle in einen Hexenkessel verwandeln und eine sehr resolute Abwehr hinstellen."

Duell unter Freunden

Eine besondere Partie ist das Top-Spiel des 16. Spieltags auch für die beiden Trainer - die Freundschaft zwischen Füchse-Coach Dagur Sigurdsson und seinem Kumpel Geir Sveinsson ruht für mindestens 60 Minuten.

"Im November war er bei uns zu Besuch. Wir telefonieren regelmäßig. Aber in dieser Woche vor dem Spiel nicht", sagte SCM-Trainer Sveinsson vor der Partie gegen Sigurdsson. 

Das Duo kennt sich seit einer gefühlten Ewigkeit, sie spielten lange zusammen bei Valur Reykjavik, in Islands Nationalmannschaft und einst in Wuppertal. Und Sigurdsson meinte: "Geir war lange mein Vorbild, in der Nationalmannschaft und im Verein. In Wuppertal haben wir im selben Haus gewohnt."

Selbstbewusster Sportchef

Magdeburgs Sportchef Steffen Stiebler blickt voller Selbstvertrauen auf das Derby: "Es ist für uns ein wichtiges Spiel. Bei einem Sieg gibt der Spielplan im Dezember die Chance, um uns hinter den Top Drei Kiel, Löwen und Flensburg festzusetzen."

Dass die Magdeburger in der Tabelle (noch) vor Berlin stehen, schmeckt dem Macher der Füchse hingegen gar nicht.

Hanning will "Fakten"

"Was wir brauchen, sind Fakten auf dem Spielfeld", sagte Manager Bob Hanning. Mit einem Sieg könnten die Berliner in der Tabelle wieder vorbeiziehen.

Doch Sigurdsson plagen vor der Partie erhebliche Verletzungssorgen. Abwehrchef Denis Spoljaric kehrt nach seiner Hand-OP erst im Februar zurück, im EHF-Pokalspiel in Nantes verletzte sich jetzt auch noch Linksaußen Fredrik Petersen am linken Knie und fällt bis Jahresende aus.

Für ihn rückt Nobody Tom Skroblien in den Kader. Hanning meinte deshalb, das Nachbarschafts-Duell stehe für die Berliner "wahrlich unter keinem guten Stern. Ein richtig gutes Gefühl habe ich nicht." Trotzdem: Im Derby zählt nur ein Sieg.

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