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Was für ein Rückschlag im Meisterschaftskampf: Aufsteiger HC Erlangen hat in der DKB HBL die Sensation geschafft und dem Vizemeister Rhein-Neckar Löwen die dritte Saisonniederlage beigefügt.

Im dramatischen zweiten Spiel des 19. Spieltags siegten die wie entfesselt auftretenden Franken vor 5.311 Zuschauern in der Arena Nürnberger Versicherung mit 27:25 (14:12). Während der HCE in der Tabelle den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf drei Zähler ausbaute, drohen die Kurpfälzer bei einem Spiel mehr die Führung an Meister THW Kiel zu verlieren.

Überragend Spieler beim großen Außenseiter waren Rückraumspieler Martin Stranovsky (8/1 Tore) und Torwart Nikolas Katsigiannis. Der 32 Jahre alte ehemalige Nationalkeeper hielt in der entscheidenden Phase drei Rückrauwürfe spektakulär (56./57. und 60. Minute). Als letzter scheiterte Patrick Groetzki - die Partie war entschieden.

Die Löwen offenbarten nach der Gala in der Champions League bei MKB Veszprem KC ungekannte Schwächen in allen Mannschaftsteilen. Selbst Torwart Niklas Landin fand nie zu seiner Form. Entsprechend deutlich fiel die Analyse Groetzkis aus.

"Wir haben heute sehr, sehr, sehr viel schlechter gespielt und im Angriff keine klaren Chancen herausgespielt. Wir haben uns zu sehr in Eins-gegen-Eins verstrickt. Und dann sind wir immer wieder an Katsigiannis gescheiert", meinte der 25 Jahre alte Rechtsaußen bei SPORT1.

Die Löwen waren bei Pässen zum Kreis nicht agrressiv genug und kamen bei vielen Anspielen schlicht zu spät. Auch gegen den vermeintlichen Superstar der Erlanger fanden sie kein Mittel.

Der 29 Jahre alte Slowake Stranovsky fand immer wieder die Lücke, konnte auch durch eine offensive Deckung nicht in Schach gehalten werden und war der Regisseur bei den Franken.

"Wir wissen, dass Stranovsky viel Betrieb macht, 'nen guten Wurf hat, aber auch gut mit dem Kreis zusammenspielt. Wir waren dran, aber immer hat ein Stück gefehlt, um ihm den Ball zu klauen", sagte Groetzki. "Wir werden wieder aufstehen."

Riesig war indes der Jubel beim Aufsteiger. Spieler und Fans stimmten nach der Schlusssirene gemeinsam die Laola-Welle an. "Wir sind super reingekommen und wussten, dasss, wenn wir die 5.000 mobilisieren, eine Chance haben werden. Und das hat sich bewahrheitet", sagte HCE-Kreisläufer und Ex-Nationalspieler Sebastian Preiß im SPORT1-Interview. "Was wir die letzten eineinhalb Jahre hier aufgebaut haben, ist der Wahnsinn."

Die jüngste Episode war nun der erste Sieg überhaupt gegen eine Spitzenmannschaft.

Das Spiel im Stenogramm:

HC Erlangen - Rhein-Neckar Löwen 27:25 (12:14)

Tore: Stranovsky (8/1), N. Link (5), Nienhaus (4), Hess (4), Rahmel (3), J. Link (2), Preiß (1) für Erlangen

Myrhol (5), Groetzki (5/2), Larsen (4), Petersson (3), Reinkind (3), Sigurmannson (3), Guardiola Villaplana (1), Ekdahl du Rietz (1) für die Löwen

Zuschauer: 5.311

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