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Michael Kraus (M.) wurde 2007 mit Deutschland Weltmeister
Michael Kraus (M.) wurde 2007 mit Deutschland Weltmeister © imago

Aufgebot mit faustdicker Überraschung: Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat am Montag sein 19 Spieler umfassendes Aufgebot für die Weltmeisterschaft im Katar (15. Januar bis 2. Februar) nominiert.

"Der Kader ist eine Mischung zwischen Alt und Jung und eher in Richtung Defensive orientiert, denn das war der Schwerpunkt der letzten Monate", erklärte der Isländer. "Wir wollen darauf aufbauen, was in der EURO-Qualifikation gegen Finnland und Österreich positiv war. Unsere erste Aufgabe ist jetzt eine bestmögliche Vorbereitung."

Diese beginnt mit einem Lehrgang vom 28. bis zum 30. Dezember in Frankfurt am Main. Am 2. Januar reist das DHB-Team mit 18 Spielern nach Reykjavik und wird dort zwei Spiele gegen Island bestreiten (Sonntag, 4. Januar, 16 Uhr und Montag, 5. Januar, 19.30 Uhr Ortszeit).

Nach dem Rückflug am 6. Januar wird Stuttgart das nächste Quartier sein. Gegner in den letzten beiden WM-Tests ist mit Tschechien ein weiterer WM-Teilnehmer (Freitag, 9. Januar, 20.15 Uhr in Stuttgart und Samstag, 10. Januar, 16.45 Uhr in Mannheim).

Die deutsche Delegation fliegt am 13. Januar nach Doha; dort beginnt die WM-Vorrunde am 16. Januar mit dem Spiel gegen Polen.

Erfahrenster und ältester Akteur des von Kapitän Uwe Gensheimer angeführten Teams ist Torwart Carsten Lichtlein mit 184 Länderspielen und 34 Jahren. Sigurdsson hat nicht nur den 19-jährigen U20-Europameister Paul Drux ins Aufgebot berufen, sondern sich auch für neue oder junge Spieler wie Andreas Wolff (Tor, 23), Matthias Musche (Linksaußen, 22), Finn Lemke (Rückraum links, 22), Jens Schöngarth (Rückraum rechts, 26) und Erik Schmidt (Kreis, 21) entschieden.

"Ich traue diesen Jungs das absolut zu", meinte der 41 Jahre alte Trainer. "Wir werden sie schnell einbauen und ihnen klare Aufgaben geben. Dass sie es können, haben sie öfter als genug in der Bundesliga gezeigt. Die Jungs sind bereit für die WM."

Der Bundestrainer nominierte aus einem in der vergangenen Woche festgelegten erweiterten 28er-Kader. Nur aus diesem kann er für die WM wählen.

Überraschend entschied er sich auf der Mittelposition gegen Weltmeister Michael Kraus von Frisch Auf Göppingen. Trotz starker Leistung in den Playoff-Spielen gegen Polen wurde der 31-Jährige nicht nominiert.

Doch nicht nur für ihn gibt es noch eine Chance: "Ich kann in der Vorbereitung jederzeit auf diesen Kreis zurückgreifen, und auch während des Turniers haben wir noch zwei Wechselmöglichkeiten", schilderte Sigurdsson.

Für die WM können im unmittelbaren Vorfeld des Turniers bei der sogenannten technischen Besprechung zunächst maximal 16 Spieler gemeldet werden.

Deutschland hatte das Turnier nach der Pleite gegen Polen nur durch eine umstrittene Wildcard erreicht.

Das deutsche Aufgebot:

Tor: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Matthias Musche (SC Magdeburg)

Rückraum links: Paul Drux (Füchse Berlin), Finn Lemke (TBV Lemgo), Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen)

Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen)

Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel), Michael Müller (MT Melsungen), Jens Schöngarth (TuS N-Lübbecke)

Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Johannes Sellin (MT Melsungen)

Kreis: Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (TBV Lemgo), Erik Schmidt (TSG Ludwigshafen-Friesenheim), Jacob Heinl (SG Flensburg-Handewitt)

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