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München - Der Saison-Endspurt in der DKB HBL verspricht Hochspannung. Branchenprimus THW Kiel kämpft bei MT Melsungen auch gegen die Geister der Vergangenheit. Die Verfolger lauern.

Hamburg - Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft, Dramatik im Abstiegskampf:

Nach der WM in Katar steuert die DKB HBL auf ein furioses Finale zu (ab 19 Uhr im LIVETICKER u. ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Glandorfs Ausfall wiegt schwer

Vor allem im Titelrennen zwischen Branchenprimus THW Kiel, Vizemeister Rhein-Neckar Löwen und Königsklassen-Champion SG Flensburg-Handewitt deutet vieles auf eine erneute Last-Minute-Entscheidung hin.

"Das ist ein Dreikampf zwischen Kiel, den Rhein-Neckar Löwen und Flensburg", meint SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

Und fügt an: "Die SG hat den Kader und die Möglichkeiten, auch wenn der Ausfall von Holger Glandorf (Achillessehnenriss, Anm. d. Red.) sehr schmerzt."

"Das wird ein schwerer Ausfall sein", bekennt auch SG-Keeper Mattias Andersson. "Aber wir werden natürlich alles geben, um den ersten Beiden Druck zu machen.

Wieder Last-Minute-Entscheidung?

"Es zeichnet sich ein ähnlich spannendes Finale wie in der vergangenen Saison ab", sagt Frank Bohmann. (DKB HBL: Der Spielplan)

"Vorne kämpfen noch drei Teams um den Titel, hinten acht, neun Mannschaften gegen den Abstieg", ergänzt der HBL-Geschäftsführer. "Es wird Hochspannung geben bis zum Schluss."

Und selbst THW-Coach Alfred Gislason rechnet auf dem Weg zur vierten Meisterschaft in Folge mit einem "sehr engen und dramatischen Dreikampf" - wobei er auch Magdeburg noch auf dem Zettel hat.

"Gegen die meisten Top-Mannschaften dürfen sie zu Hause spielen. Von daher können sie oben rankommen", sagt der Isländer der Handballwoche eine knappe Woche nach dem All Star Game als ersten Gradmesser.

Ganz enge Tabelle

Kiel liegt mit seinen 36:6-Zählern nur hauchdünn vor den Löwen (34:6-Punkte). Dahinter lauern die Flensburger (32:8) und der SC Magdeburg (31:11). (DKB HBL: Die Tabelle)

Rückenwind verspürt die deutsche Eliteliga vom Mammut-Turnier am Persischen Golf.

"Die WM mit dem erfreulichen Abschneiden der deutschen Mannschaft gibt uns sehr viel mehr Rückenwind als die Großveranstaltungen in den vergangenen Jahren", sagt Bohmann.

Nach der sechswöchigen Ligapause brummt auch die Nachfrage nach Tickets: "Die Fans scheinen dem Start regelrecht entgegenzufiebern", so Bohmann.

Erinnerungen an Vorjahrescoups

Gleich zum Auftakt sind alle Augen nach Nordhessen gerichtet, wo die MT Melsungen dem Spitzenreiter Kiel ein Bein stellen will.

"Direkt nach der WM ist das wie Glücksrad", sagte MT-Coach Michael Roth vor der Partie (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) den Kieler Nachrichten: "Mit einem Punkt wäre ich zufrieden."

Dass dieses Vorhaben keinesfalls utopisch ist, bewies Melsungen in den vergangenen Jahren bereits mehrfach.

So sorgte die MT am 9. Dezember 2012 bundesweit für Schlagzeilen, als sie den THW in der Kieler Sparkassen-Arena mit 29:25 bezwang und dessen Serie von 51 Ligaspielen ohne Niederlage beendete.

Melsungen wieder THW-Schreck?

Und auch in der Vorsaison bewiesen sich die Roth-Schützlinge beim 30:29-Heimsieg als echter Kiel-Schreck.

Kretzschmar relativiert allerdings: "Danach hat sich der THW aber gefangen und dann bis jetzt auch eine sehr souveräne Saison gespielt."

So oder so - die Kieler sind gewarnt: "Das ist ein sehr unangenehmer Gegner. Da müssen wir hellwach sein, sonst stehen wir mit acht Minuspunkten da. Die Rückrunde ist so lang, da will ich keine Kampfansage machen", sagt Routinier Filip Jicha.

Löwen in Lauerstellung

Auf einen THW-Ausrutscher lauern vor allem die Rhein-Neckar Löwen.

Seit Tagen läuft auf der Homepage der Mannheimer ein Countdown bis zum Ligastart ins Kalenderjahr 2015.

Einen Vertrauensvorschuss für Trainer Nicolaj Jacobsen gab es schon vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen den Bergischen HC: Der Vertrag des Dänen, der erst im Sommer die Nachfolge von Gudmundur Gudmundsson angetreten hatte, wurde am Montag vorzeitig bis 2017 verlängert.

Dies dürfte sicherlich auch als zusätzliche Motivationsspritze für den Titelkampf gemeint sein.

Neuer Vertrag für Coach Jacobsen

Denn ein Saisonfinale wie das vergangene, als die Löwen den ersehnten ersten Meistertitel im Wettwerfen am letzten Spieltag nur um zwei Tore verpassten, wollen der gerade erst zum vierten Mal in Folge zum Handballer des Jahres gewählte Kapitän Uwe Gensheimer und Co. nicht schon wieder erleben.

Auch für Kretzschmar müsste für den Titel deshalb schon alles passen: "Die Löwen müssen gar nichts anders machen als vergangene Saison, sie sind ja auch der gefühlte Meister. Sie spielen für mich den attraktivsten Handball der Liga, was sie tun müssen ist, die Aggressivität beibehalten und die Abwehr stabilisieren."

Denn da seien sie "noch etwas anfälliger als Kiel".

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