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Ljubomir Vranjes und Maik Machulla
Ljubomir Vranjes (l.) und Maik Machulla könnten gegen die Rhein-Neckar Löwen zum Einsatz kommen © Getty/Sport1

München - Flensburgs Rumpfteam muss zu den Löwen (Sa. 16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 u. im STREAM). Maik Machulla sagt SPORT1, auch der Trainer könne helfen, und hofft auf Nachsicht der DKB HBL.

Der Co-Trainer trotzt einer geschwollenen Hand - und hätte angesichts der beispiellosen Flensburger Personalnöte gern den Cheftrainer neben sich auf der Platte.

"Ich habe keine Zweifel, dass Ljubo das über zehn Minuten sehr, sehr gut machen würde", sagt Assistenztrainer Maik Machulla, dessen SG Flensburg-Handewitt im Topspiel am Samstag (16.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-LIVESTREAM) beim Tabellenzweiten Rhein-Neckar Löwen ran muss, zu SPORT1.

Ljubo, das ist Ljubomir Vranjes, der seine aktive Karriere 2009 beendet hatte.

Doch bereits vor dem Heimspiel gegen Lübbecke wickelte sich der 41-Jährige Tape um die Finger, wärmte sich auf und stand bereit, um sich vom inaktiven Spielertrainer zum Akteur umzufunktionieren.

Glandorf bereits als Co-Trainer erprobt

Das wurde beim 25:21-Erfolg allerdings nicht nötig. Doch die Aufgabe bei den Löwen, die elf ihrer vergangenen zwölf Partien in der DKB HBL gewannen, ist ungleich schwerer.

Gut möglich, dass dann beide etatmäßigen Trainer der SG mit anpacken - und somit Holger Glandorf zum Chef am Seitenrand aufrückt.

Der langzeitverletzte Rückraumspieler, bereits gegen Lübbecke als Co-Trainer erprobt, hat zwar keine Lizenz. Aber Machulla glaubt, dass die Liga Nachsicht mit den gebeutelten Flensburgern hat.

Schließlich fehlen neben Glandorf (Achillessehnenriss) und Jim Gottfridsson (Anbruch im Mittelfuß) auch Jakob Heinl "und mit Thomas Mogensen unser Motor", erklärt Machulla. "Das kann keine Mannschaft der Welt kompensieren."

Vranjes punktet mit Spielverständnis

Immerhin besteht Hoffnung, dass Lars Kaufmann, ebenfalls Schlüsselspieler im Rückraum, am Samstag endlich fit ist. Zweimal lief er sich zuletzt warm, musste aber wegen seiner hartnäckigen Wadenprobleme jeweils abwinken.

Auch ein Grund, warum Machulla am vergangenen Sonntag beim Champions-League-Spiel in Plock sein Comeback gab. "Ich würde mir wünschen, dass ich ein wenig fitter wäre", meint der zwölfmalige Nationalspieler. "Ich habe früher auch von meiner Physis gelebt, da bin ich nun nicht mehr auf der Höhe."

Doch immerhin hielt sich Machulla in der vorigen Saison als Backup fit, kam da bereits zu einem Comeback, ebenfalls im Februar, ebenfalls in der Champions League.

Vranjes dagegen habe nach fünf Jahren ohne Spielpraxis "natürlich nicht die Kraft, über längere Strecken helfen zu können", dafür aber jede Menge Spielverständnis. Im Training hinterlasse der frühere Star-Regisseur aus Schweden phasenweise einen richtig guten Eindruck.

"Wir gehören in die Champions League"

Die Verletztenmisere, die SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar in seiner Kolumne tragisch nennt, trifft die SG zur Unzeit. "Eigentlich wollen wir die Früchte für die harte Vorbereitung und die Hinrunde ernten", sagt Machulla.

Doch der Meistertitel ist nach der unverhofften Heimpleite gegen Magdeburg kein Thema mehr.

"Wir dürfen jetzt nicht auf die Meisterschaft gucken, sondern müssen irgendwie Platz 3 und damit die Champions-League-Qualifikation sichern", fordert der 38-Jährige.

Und sollte der noch amtierende Champions-League-Sieger daran scheitern? "Sportlich wäre das sehr ärgerlich", findet er. "Auch aufgrund der Erfolge in den letzten Jahren finde ich: wir gehören in die Champions League."

An die wirtschaftlichen Folgen - auch wenn diese nicht so gravierend wären wie im Fußball - dürfe die Mannschaft nicht denken. "Es ist eine super Leistung, dass wir bei all dem Verletzungspech überhaupt noch die Chance haben. Und diese Chance wollen wir nutzen."

Mit Bollwerk und Kampfkraft

Auch bei den Löwen, welche die vergangenen drei Bundesliga-Duelle mit Flensburg für sich entschieden haben: "Wir werfen alles in die Waagschale, was wir noch haben: eine gute Abwehr und Kampfkraft ohne Ende."

Schließlich gelte trotz aller Blessuren und Widrigkeiten: "Die SG ist ein Verein, der überall hinfährt, um dort zu gewinnen - auch nach Mannheim."

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