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Michael Biegler ist parallel Trainer von Polen
Michael Biegler wurde mit Polen bei der WM in Katar Dritter © Getty Images

München - Der HSV Handball findet mit einem überzeugenden Auftritt gegen den SC Magdeburg sportlich wieder in die Spur. Und mit dem Wunschtrainer scheint nun endlich auch alles klar.

Der HSV Handball kann wieder optimistisch in die Zukunft schauen.

Mit dem Erfolg in der DKB HBL gegen den SC Magdeburg, der zuvor elf Spiele in Folge gewonnen hatte, setzten die Hanseaten ein sportliches Ausrufezeichen. Noch viel wichtiger waren aber die neuesten Informationen zu einer Personalie am Rande des Spiels. Denn der HSV steht nun kurz vor der Einigung mit dem polnischen Nationaltrainer Michael Biegler.

"Gute Gespräche"

"Wir haben gute Gespräche geführt, sind aber noch nicht am Ziel", sagte HSV-Geschäftsführer Christian Fitzek über die Verhandlungen mit dem polnischen Handballverband: "Dabei ging es um die Freigabe von Michael Biegler zur neuen Saison. Wir werden jetzt noch einige Details klären, um die Zusammenarbeit im April in Warschau in einem Vertrag zu finalisieren."

Seit der Trennung vom Trainer Christian Gaudin im Dezember trainiert Jens Häusler den HSV interimsweise.

Biegler hatte das Spiel zwischen seinem ehemaligen (Magdeburg) und voraussichtlich zukünftigen Klub von der Tribüne aus verfolgt.

Biegler mit Polen zur EM

Am Montag hatte sich der 53-Jährige mit Fitzek und dem polnischen Verbandspräsidenten Andrzej Krasnicki in einem Restaurant zu Verhandlungen getroffen. "Es ist alles am Laufen", sagte Biegler der Hamburger Morgenpost.

Der Wunschtrainer steht derzeit noch als Nationalcoach bei den Polen unter Vertrag. Diese hatten sich bis zuletzt gegen eine Doppelfunktion gewehrt. Mit den Osteuropäern hatte Biegler bei der WM in Katar überraschend die Bronzemedaille gewonnen.

Doch nun ist eine Einigung in Sicht. Entscheidender Knackpunkt in den Verhandlungen war offenbar die Hamburger Zusicherung an Polen, die Vorbereitung auf die EM 2016 in der Hansestadt absolvieren zu dürfen. 

Biegler soll am 1. Juli wie geplant für Häusler übernehmen, aber parallel noch Polens Nationalteam auf die EM im eigenen Land vorbereiten und bei dem Turnier im Januar coachen. Anschließend soll er ganz zum HSV wechseln.

Sieg gegen Magdeburg als Befreiung

Der Erfolg gegen das Team der Stunde war für Hamburg ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nach zuletzt eher schwachen Vorstellungen, die in der klaren Niederlage in Friesenheim gipftelten, wirkte das 33:29 über Magdeburg wie eine Befreiung. 

"Wir haben uns die Pleiten in Haslum und Friesenheim nochmal 60 Minuten angeguckt. Das ist nicht unser Anspruch gewesen. Wir haben gut gearbeitet, wir wussten, woran es lag. Wir haben den Ball nicht gut laufen lassen und uns in Einzelaktionen verzettelt", sagte Rückraumspieler Adrian Pfahl bei SPORT1: "Das war heute ganz anders. Wir haben uns auch von leichten Schwächephasen nicht aus der Bahn werfen lassen und hatten immer die richtige Antwort parat."

Pfahl lobt Häusler

Mit dem HSV, in der Liga derzeit auf Rang acht liegend, will Pfahl noch ein paar Plätze nach oben klettern. Auch, um Verhandlungen mit möglichen Sponsoren zu erleichtern.

Erfolg könnte zudem Biegler das Engagement noch schmackhafter machen. Ein prominenter Name auf der Bank wäre wiederum hilfreich bei der Suche nach Sponsoren.

"Jetzt haben wir erstmal die 'Notlösung' mit Jens Häusler, der als Co-Trainer eingesprungen ist", meinte Pfahl: "Der leistet sehr, sehr gute Arbeit und das zählt bis zum 1.7. Danach freuen wir uns auf einen neuen Trainer."

Mit einer Verpflichtung von Michael Biegler könnten die Weichen für die Rückkehr zu erfolgreichen Zeiten gestellt sein.

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