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Am Sonntag steht für Nikolas Katsigiannis mit Erlangen ein ganz besonderes Duell an. Für den Torhüter geht es gegen Kiel, seinen zukünftigen Arbeitgeber, mit dem er Großes vor hat.

Mit seinem Wechsel zum THW Kiel fügt Nikolas Katsigiannis seiner einzigartigen Karriere ein weiteres, bemerkenswertes Kapitel hinzu.

Am Sonntag steht der  Torwart ganz besonders im Fokus: Denn mit dem HC Erlangen trifft er auf seinen zukünftigen Klub (ab 14.55 im LIVESTEAM auf tv.SPORT1.de und im LIVETICKER auf SPORT1).

"Dass so ein Verein wie der THW Kiel anklopft, ist ein Traum für mich, womit ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Da freue ich mich riesig drauf und das ist auch eine ganz tolle Belohnung für die harte Arbeit, die ich in die Reha-Phase gesteckt habe", sagt Katsigiannis, mit dem naheliegenden Spitznamen "Katze", bei SPORT1.

Von 2010 bis 2012 stand der 32-Jährige in Diensten von Hannover-Burgdorf. Wegen eines Kreuzbandrisses absolvierte er jedoch kein Spiel für die Niedersachsen. Bevor ihn Balingen unter Vertrag nahm, war er sogar vereinslos.

Rhein Neckar Loewen v HSG Nordhorn - Toyota HBL
Nikolas Katsigiannis (r.) gewann 2008 mit der HSG Nordhorn den EHF-Pokal © Getty Images

Imposantes Comeback

Umso erstaunlicher ist, dass sich der fünfmalige deutsche Nationalspieler aus diesem Tief herausgekämpft hat und an seine früheren Leistungen anknüpfen konnte. Für den reaktionsschnellen 1,94-Meter-Hünen ist das jedoch kein Wunder: "Ich wusste, dass ich - wenn ich gesund bin - irgendwann auf mein Niveau zurückkommen werde."

Und sein Weg von ganz unten nach ganz oben soll noch lange nicht zu Ende sein. Der nächste Schritt für Katsigiannis ist klar: Zurück ins DHB-Team. "Das ist schon ein Ziel von mir. Es wäre ein Traum, nochmal für Deutschland zu spielen. Und ich habe mit Kiel natürlich die richtige Bühne, wo man das erreichen kann."

Fast sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass Katsigiannis sein Debüt im Nationalteam feierte. In Rishon Le Zion in Israel gehörte der für seine unorthodoxe Spielweise bekannte Torhüter beim 40:21-Sieg zu den besten Akteuren auf dem Feld. Vier weitere Partien folgten. Danach sah man den Sohn eines Griechen und einer Deutschen bis dato nie wieder im DHB-Trikot.

Rhein-Neckar Loewen v THW Kiel - DHB Cup-Niklas Landin
Niklas Landin (l.) wechselt im Sommer von den Rhein-Neckar Löwen zum THW Kiel © Getty Images

Gislason baut auf Katsigiannis und Landin

Den THW will er als Sprungbrett nutzen, um im Herbst seiner Karriere genau dorthin zurückzukehren. In Kiel soll der in Werne geborene Ehrgeizling gemeinsam mit Niklas Landin ein unschlagbares Duo bilden. "Er ist ein erfahrener Torwart, der in Erlangen großartig hält und hungrig ist. Zudem ist er ein ganz anderer Torwart-Typ als Niklas Landin", freut sich Trainer Alfred Gislason auf Katsigiannis.

Und der warnt die Teams, die in der nächsten Saison auf den deutschen Meister treffen, schon mal vor: "Das ist für die Gegner eine ganz schwierige Konstellation." Beide Keeper sind ganz unterschiedlich in ihrer Art, weshalb Katsigiannis vom sechs Jahre jüngeren Landin nach eigenen Angaben auch noch etwas lernen möchte. Der Däne spielt derzeit noch bei den Rhein-Neckar Löwen und gehört zu den besten Torhütern der Welt.

Hoffen auf die Sensation

Für das Duell mit seinem zukünftigen Arbeitgeber ist Katsigiannis optimistisch. "Wir werden versuchen, etwas Zählbares zu erreichen", gibt er die Devise für den Kracher aus. Man müsse jedoch abwarten, "wie sich das Spiel entwickelt, wie müde Kiel ist, und wie viel sie zulassen."

Die Statistik lässt zumindest auf einen Coup hoffen. In den Duellen mit den ganz großen Teams wussten die Erlanger regelmäßig zu überraschen. Gegen die Rhein-Neckar Löwen und Flensburg erkämpften sich die Franken vor eigenem Publikum insgesamt drei Punkte, aus Berlin entführten sie einen Zähler. Im Hinspiel beim THW verpassten sie die Sensation mit einem 22:23 nur ganz knapp. (Spielplan der DKB HBL)

In der ausverkauften Arena in Nürnberg, wo der HC seine Heimspiele austrägt, soll dies nun gelingen. Am Sonntag werden 8.000 Fans hinter Erlangen stehen – und ein besonderes Auge auf Nikolas Katsigiannis im Tor werfen.

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