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München - Das Rennen um die Meisterschaft in der DKB HBL ist nach dem Spitzenspiel THW Kiel gegen Rhein-Neckar Löwen weiter offen - wenngleich der Titelverteidiger einen Vorsprung hat.

"Irgendwo", sagte Andy Schmid nach dem 23:23 seiner Rhein-Neckar Löwen beim THW Kiel bei SPORT1, "gibt es eine höhere Macht, die will, dass wir in dieser Saison Meister werden."

Die gute Nachricht für die Löwen nach dem Unentschieden im Spitzenspiel der DKB HBL ist jedenfalls: Sie können noch Meister werden. Die schlechte ist: Es wird sehr, sehr schwer.

Am Ende könnte es, wie schon in der vergangenen Saison, weniger um höhere Mächte, denn um nüchterne Mathematik gehen.

Gewinnen beide Teams ihre restlichen Spiele, entscheidet bei Punktgleichheit die ganz nüchterne Rechnung: Eigene Tore minus gegnerische Tore, sprich die Tordifferenz.

Kiel verpasst die Vorentscheidung

"Es bleibt eng", sagte Schmid. "Die Anspannung steht. Wir freuen uns auf die nächsten Wochen." Oder anders ausgedrückt: Willkommen zum Wettballern!

THW-Coach Alfred Gislason fühlte sich sogleich an die Vorsaison erinnert, als seine Mannschaft die Meisterschaft erst am letzten Spieltag mit der Winzigkeit von zwei Toren zu ihren Gunsten entschied: "Das geht scheinbar endlos so weiter."

Sicher: Die Kieler, die zwischenzeitlich schon mit vier Treffern vorne lagen, waren dem Sieg näher als die Löwen, vor allem, als Aron Palmarssons Wurf in der letzten Spielminute von der Unterkante der Latte vor und nicht hinter die Linie sprang.

Es war dennoch eine beachtliche Willensleistung der Gäste, immerhin diesen einen Punkt vom amtierenden Meister mitzunehmen.

"Diese Mannschaft hat eine gute Moral", sagte Schmid. "Wir geben in den restlichen Spielen alles."

"Beim Torverhältnis weit weg von Kiel"

Zumindest kurz nach der Partie konnte sein Trainer Nikolaj Jacobsen Schmids Optimismus nicht unbedingt teilen.

"Wir haben einen Punkt verloren", sagte Jacobsen bei SPORT1. "Beim Torverhältnis sind wir weit weg von Kiel."

Auch Uwe Gensheimer, mit acht Treffern bester Schütze der Partie und entscheidender Mann bei der Aufholjagd der Löwen, erklärte: "Fakt ist, dass Kiel den Vorteil hat."

Bei plus 215 steht die Tordifferenz der Kieler sechs Spiele vor Saisonende, die der Löwen, die noch ein Spiel mehr auf dem Plan haben, bei plus 168. Macht eine Differenz von 47 Toren (Ergebnisse und Tabelle der DKB HBL).

Magdeburg - das Zünglein an der Waage?

Die aufzuholen, gegen eine Kieler Mannschaft, die es in jüngster Vergangenheit nicht nur geschafft hat, den Ausfall von zwei Torhütern, sondern auch von Linksaußen Dominik Klein zu kompensieren, scheint tatsächlich zumindest unwahrscheinlich.

Allerdings sind Stolperer beiderseits, die das Rennen um die Meisterschaft maßgeblich beeinflussen könnten, keinesfalls ausgeschlossen.

Schon am Mittwochabend tritt Kiel in Magdeburg an, beim Tabellenvierten (LIVE auf SPORT1 und im STREAM). "Das wird unwahrscheinlich schwer", blickte Kiels Trainer Alfred Gislason bei SPORT1 voraus.

Auch die Rhein-Neckar Löwen müssen noch gegen den SCM ran, am letzten Spieltag. Womöglich wird Magdeburg also zum Zünglein an der Waage im Meisterschaftskampf.

Dicke Brocken für beide Teams

Für die Löwen startet das Restprogramm schon am Dienstagabend mit dem Heimspiel gegen die MT Melsungen (Platz 6) (LIVESTREAM ab 18.55 Uhr), eine harte Nuss ist auch die Partie gegen die Füchse Berlin (Platz 7) am 26. Mai.

Mit der HSG Wetzlar (Platz 10), HBW Balingen-Weilstetten (Platz 12), dem TuS N-Lübbecke (Platz 14) und der TSG Lu-Friesenheim (Platz 17) stehen Pflichtaufgaben für Jacobsens Team an.

Kiel spielt nach Madgeburg und den sicher kräftezehrenden Champions-League-Viertelfinals gegen Pick Szeged am 22. April gegen Frisch Auf Göppingen (Platz 5).

Die verbleibenden Spiele gegen den VfL Gummersbach (Platz 9), den GWD Minden (Platz 15), den TSV Hannover-Burgdorf (11) sowie den TBV Lemgo (16) fallen dann ebenfalls in die Kategorie Pflichtsieg.

Auch 2014 entscheidet Torverhältnis

Wie die vergangene Saison zu Ende ging, ist allen Beteiligten jedenfalls noch in guter – oder schlechter – Erinnerung: Da lagen die Rhein-Neckar Löwen bis zum letzten Spieltag vorne.

Ehe Kiel am letzten Spieltag noch vorbeizog, mit der Winzigkeit eines besseren Torverhältnisses von plus zwei.

Ein ähnliches Szenario prophezeit "Wembley-Pechvogel" Palmarsson auch diesmal: "Wir befinden uns wieder in der Zone, in der wir wissen, dass es um jedes Tor geht."

Das Restprogramm im Meisterschaftskampf:

THW Kiel

Rhein-Neckar Löwen

8.4. SC Magdeburg (A)

7.4. MT Melsungen (H)

22.4. Frisch Auf Göppingen (H)

17.4. HSG Wetzlar (A)

15.5. VfL Gummersbach (A)

20.5. HBW Balingen (H)

20.5. GWD Minden (H)

23.5. TuS N-Lübbecke (A)

26.5. Füchse Berlin (H)

3.6. TSV Hannover-Burgdorf (A)

3.6. Lu-Friesenheim (H)

5.6. TBV Lemgo (H)

5.6. SC Magdeburg (A)

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