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Stefan Kretzschmar-Filip Jicha-THW-Kiel-Kolumne
Stefan Kretzschmar ist sich sicher, dass der THW Kiel (im Bild: Filip Jicha) in der Champions League das Final Four erreicht © SPORT1/Getty Images

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar spricht sich für die Einführung von Playoffs in der Bundesliga aus. Außerdem ist er davon überzeugt, dass Kiel noch zwei Titel holt.

Hallo Handball-Fans,

Frank Bohmann, Geschäftsführer der DKB HBL, hat zum wiederholten Mal den Vorschlag geäußert, Playoffs in der Bundesliga einzuführen.

Ich bin ein großer Freund der Playoffs. Ich halte das System Playoff und Playdown für sehr sinnvoll und gut, weil man die Attraktivität der Sportart dadurch nochmal extrem steigert und einen zusätzlichen Spannungsfaktor reinbringt.

Natürlich ist auch klar, dass der Saisonverlauf auf den Kopf gestellt werden kann. Wenn eine Mannschaft die Saison super spielt und verletzungsfrei durchkommt, in den Playoffs dann aber ein paar Verletzte hat, könnte das den Ausschlag geben. Aber mit dem Risiko muss jede Mannschaft klarkommen.

Ich würde es trotzdem gut finden, wenn es in der Handball-Bundesliga wieder Playoffs und Playdowns geben würde.

Vielleicht würde die Meisterschaftsserie des THW Kiel dadurch mal unterbrochen werden. In dieser Saison wird sie jedoch höchstwahrscheinlich weiter fortgesetzt.

Seit dem Unentschieden gegen die Löwen hat der THW einen entscheidenden Vorteil. Ich glaube nicht, dass sich die Kieler noch einen Ausrutscher leisten.

Der einzige, den sie sich hätten leisten können, wäre beim Spiel in Magdeburg gewesen. Das war für mich das Schlüsselspiel für den THW.

Im Restprogramm ist noch eine schwierige Hürde dabei: das Spiel bei Hannover-Burgdorf. Aber dort müssten sie es eigentlich auch schaffen, zu gewinnen.

Ich denke, dass sich Kiel den Titel bei dem Restprogramm nicht mehr nehmen lässt. Die Rhein-Neckar Löwen haben sogar noch die schwierigeren Spiele vor sich. Sie müssen auch noch zum SC Magdeburg.

THW Kiel v Rhein Neckar Loewen - DKB HBL-Steffen Weinhold
Steffen Weinhold (l.) bricht durch die Abwehr der Rhein-Neckar Löwen © Getty Images

In der Champions League wird der THW Kiel wohl weiterkommen. Er muss im Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Pick Szeged ein 29:31 aufholen. Die Ungarn haben keine schlechte Mannschaft.

Die Kieler wissen auch um die Gefahr, die sie auswärts ausstrahlen. Sie haben auch bei den Rhein-Neckar Löwen gewonnen. (Spielplan der Champions League)

Trotz allem glaube ich, dass die Kieler den Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen werden. Kiel wird die deutsche Mannschaft sein, die weiter kommt und dann auch ins Finale einzieht. Auch dort werden sie mit Sicherheit der Favorit sein.

Die anderen europäischen Spitzenmannschaften sind natürlich auch nicht zu unterschätzen, aber ich bin sehr optimistisch, dass die Kieler es schaffen, die Champions League in dieser Saison zu gewinnen.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 42, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

Das Restprogramm der Meisterschaftsaspiranten:

THW Kiel

Rhein-Neckar Löwen

8.4. SC Magdeburg (A) 32:26

7.4. MT Melsungen (H) 32:26

22.4. Frisch Auf Göppingen (H)

17.4. HSG Wetzlar (A) 27:31

15.5. VfL Gummersbach (A)

20.5. HBW Balingen (H)

20.5. GWD Minden (H)

23.5. TuS N-Lübbecke (A)

26.5. Füchse Berlin (H)

3.6. TSV Hannover-Burgdorf (A)

3.6. Lu-Friesenheim (H)

5.6. TBV Lemgo (H)

5.6. SC Magdeburg (A)

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