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Leipzig - Der SC DHfK kehrt nach 23 Jahren in die Bundesliga zurück. Die Freude ist nicht nur bei Aufsichtsratsmitglied Stefan Kretzschmar riesig. Ein tiefer Fall liegt hinter dem Klub.

Die Party in Leipzig nahm kein Ende. Erst wurde mit 1000 Fans in der Arena bei Live-Musik und Freibier gefeiert. Dann ging es per Autokorso weiter Richtung Innenstadt, wo in der "Vodkaria" die Nacht zum Tag gemacht wurde.

Der Jubel über die Rückkehr in die Handball-Bundesliga nach 23 Jahren kannte beim Traditionsklub SC DHfK Leipzig keine Grenzen.

"Freude, Stolz, Erleichterung - es ist von allem etwas. Ein großartiges Gefühl", sagte Geschäftsführer Karsten Günther.

 Mit dem 31:26-Heimsieg am Freitag gegen Eintracht Hildesheim vor 4060 Zuschauern hatte der sechsmalige DDR-Meister und Europapokalsieger der Landesmeister von 1966 den Aufstieg perfekt gemacht.

Schneller als RB

Mit dem Aufstieg schafften die Handballer das, was die hochambitionierten Fußballer von RB Leipzig in dieser Saison mehr oder weniger kläglich verspielt haben.

Statt Bayern München oder Borussia Dortmund reisen nun die Aushängeschilder der "Besten Liga der Welt" in die Messestadt. "Jetzt kommen Kiel, Flensburg und Berlin zu uns. Das haben sich unsere Fans verdient", sagte Günther.

 Bestens in die Euphorie passte die Nachricht, dass Meistermacher und Trainer Christian Prokop seinen Vertrag verlängerte.

"Unser Trainer bleibt bis 2018", rief Günther noch in der Halle den Fans entgegen. "Es war unser Ziel, heute den größten Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte zu schaffen. Das ist uns eindrucksvoll gelungen", sagte Prokop und fügte an: "Die Perspektive ist super."

Kretzschmar: "Traum wird wahr"

Auch Handball-Ikone Stefan Kretzschmar, gebürtiger Leipziger, jubelte mit.

"Bundesliga, wir kommen", twitterte der SPORT1-Experte. Seit 2009 gehört "Kretzsche" zum Leipziger Handball-Projekt dazu, ist Mitglied im Aufsichtsrat und hat den Aufstieg aus nächster Nähe verfolgt.

"Für mich und für viele Leute wird ein Traum wahr. Am Anfang wurden wir belächelt, doch jetzt ist der Aufstieg in die Bundesliga da", sagte er dem MDR.

Tiefer Fall nach Bundesliga-Abstieg

Die Geschichte des Vereins ist einzigartig. 1992 stieg der SC Leipzig, dem sich in den 70-er Jahren die Handballer des DHfK angeschlossen hatten, aus der zweigeteilten Bundesliga ab.

Es folgte ein tiefer Fall, der erst im Jahr 2007 gestoppt wurde.

Damals spielte das Team noch unter dem Namen SG MoGoNo Leipzig, wechselte aber komplett zum namhaften SC DHfK, der ursprünglich nach der Deutschen Hochschule für Körperkultur benannt worden war.

Europacup-Teilnahme als Ziel

Unter der Leitung von Geschäftsführer Günther ging es in den Folgejahren rasant aufwärts. Regionalliga, 3. Liga und schließlich 2. Liga, in der man nun im vierten Anlauf den Sprung ins Oberhaus schaffte.

Jetzt auch scheint das große Ziel des Klubs wieder möglich. 2016, 50 Jahre nach dem Gewinn des Landesmeister-Cups,  wollte man wieder international spielen.

"So weit denken wir nicht. Für uns geht es im nächsten Jahr natürlich nur um den Klassenerhalt", sagte Günther. Basis dafür soll weiterhin die gute Jugendarbeit bleiben. Die meisten Leistungsträger wie Rückraumspieler Philipp Weber (22) stammen aus dem eigenen Nachwuchs. "

Der Kern der Mannschaft bleibt zusammen. Es wird natürlich auch die ein oder andere Neuverpflichtung geben", sagte Günther und machte klar: So schnell will man in Leipzig die beste Liga der Welt nicht wieder verlassen.

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