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Die Rhein-Neckar Löwen trotzen einer heißblütigen SG Flensburg-Handewitt und machen einen großen Schritt im Titelkampf. Spielmacher Andy Schmid mutiert zum Alleskönner.

Immer wieder erhoben sich die Fans, immer wieder wurde die "Hölle Nord" ihrem Ruf gerecht - doch von Minute zu Minute ebbte die Laustärke ab.

Zu gut waren die Rhein-Neckar Löwen.

Am Ende fuhr der Tabellenführer im Gipfeltreffen des 16. Spieltag einen nie gefährdeten 32:25-Sieg bei der SG Flensburg-Handewitt ein. Damit unterschrichen die Löwen, die schon zur Halbzeit mit 18:10 führten, ihren Anspruch auf den ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte eindrucksvoll.

Matchwinner Schmid

"Diese Halle liegt uns einfach, wir sind phänomenal in die Partie gestartet. Näher am Optimum kann man nicht spielen", sagte der überragende Spielmacher Andy Schmid nach der Partie bei SPORT1.

Der Schweizer war neben dem besten Torschützen Uwe Gensheimer (neun Tore) der Matchwinner.

Schmid spielte im ersten Durchgang in der ausverkauften Flens-Arena wie aufgedreht, war nie von der gegnerischen Defensive zu stoppen und zeigte sogar als Aushilfskeeper eine famose Leistung. In der 13. Minute liefen die Löwen, die zu Gunsten eines weiteren Feldspielers ihren Keeper auf die Bank gesetzt hatten, in einen Tempo-Gegenstoß. Schmid musste ins Tor und hielt spektakulär gegen Flensburgs Lasse Svan.

"Ich habe den Kopf weggedreht, weil ich ein bisschen Angst hatte", verriet Schmid: "Meinen linken Arm habe ich dann ausgefahren und zum Glück hat er den Ball da hingeworfen."

Vranjes greift Schiedsrichter an

Die Szene war bezeichnend für die Partie: Auf der einen Seite die souveränen und coolen Gäste aus Mannheim, auf der anderen Seite die glücklosen und fahrigen Flensburger. Trauriger Höhepunkt einer miesen ersten Halbzeit war eine Szene in der 27. Minute, als Gegenstände von der Tribüne auf das Spielfeld flogen.

Nach dem Seitenwechsel probierte der Gastgeber alles, aber näher als bis auf drei Tore kamen sie nicht ran.

"In der ersten Halbzeit waren die Löwen viel, viel besser als wir", sagte Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes bei SPORT1 anerkennend, kritisierte aber auch die Leistung seiner Mannschaft: "Wir haben zu viele Fehler gemacht und hatten zu wenige Torwartparaden." Einen Teil zum lange einseitigen Spiel hatten für Vranjes auch die Schiedsrichter beigetragen: "Was die heute gepfiffen haben, war nicht okay."

Vorentscheidung? Schmid verneint

Hinter den Löwen (30:2) hat Flensburg (25:7) bereits nun fünf Punkte Rückstand. Auf Platz drei folgt Rekordmeister THW Kiel (24:6) vor der MT Melsungen (24:8).

Das Überraschungsteam, in dieser Saison bislang einziger Bezwinger der Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga, unterlag gegen Ex-Meister HSV Hamburg überraschend 24:31 (11:16).

Von einer Vorentscheidung will Schmid aber noch nichts wissen.

"Ich habe das so viele Male gehört", teilte er mit und schob nach: "Es klingt wirklich sau langweilig, aber ob wir minus zwei, minus vier oder minus sechs Punkte haben – wir müssen an diese Leistung anknüpfen, dann kann uns kaum was stoppen."

Noch nicht mal die eine laute "Hölle Nord".

Das Spiel im Stenogramm

SG Flensburg-Handewitt - Rhein-Neckar Löwen 25:32 (10:18)
Tore: Lauge Schmidt (8), Glandorf (6), Eggert (3/3), Mahe (3), Svan (3), Toft Hansen (2) für Flensburg
Gensheimer (9/4), Ekdahl du Rietz (5), Schmid (5/1), Petersson (4), Groetzki (3), Pekeler (3) , Baena Gonzales (2), Larsen (1) für Rhein-Neckar

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