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Kiel - Der THW Kiel meldet sich mit einem Kantersieg gegen die Rhein-Neckar Löwen im Titelrennen zurück und beschert sich damit selbst. Der Spitzenreiter leckt seine Wunden.

Dänisch, schwedisch, norwegisch, serbisch, kroatisch und am Ende auch auf Deutsch - als die Multi-Kulti-Truppe des THW Kiel ihren siegestrunkenen Fans in allen Landessprachen fröhliche Weihnachten wünschte, war die Handball-Welt beim Rekordmeister wieder in Ordnung.

Der 31:20-Kantersieg gegen Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen bescherte dem Titelverteidiger ein frohes Fest - ehe dann noch der letzte Bundesliga-Spieltag vor der EM-Pause ansteht.

"Gegen einen derart starken Gegner musste schon viel klappen, aber jetzt sind wir wieder im Rennen. Zwei Punkte und 22 Tore aufgeholt, das ist großartig", sagte THW-Manager Thorsten Storm.

Groetzki muss um EM bangen

Mit lediglich zwei Zählern Rückstand auf die Mannheimer ist der 21. Titel für den THW keine Utopie mehr. Bei einer Niederlage und sechs Punkten weniger als die Gäste hätte man an der Förde wohl einigermaßen frustriert unter dem Weihnachtsbaum gehockt.

Doch nun waren es die Löwen, die enttäuscht nach Hause fuhren. Nicht nur die deutliche Niederlage in der mit 10.285 Zuschauern seit Monaten ausverkauften Halle an der Ostsee tat weh, Sorgen bereitete auch die Blessur von Patrick Groetzki.

Der Nationalspieler zog sich kurz vor Ende der ersten Halbzeit ohne Fremdeinwirkung eine Verletzung an der linken Wade zu, die ihn auch die EM-Teilnahme im Januar in Polen kosten könnte.

"Lehrstunde" für die Löwen

Ohne den 26-Jährigen und über die komplette Spielzeit auch ohne den ebenfalls verletzten Kapitän Uwe Gensheimer bekam der Vizemeister nach dem Seitenwechsel eine wahre "Lehrstunde", wie Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen die zum Ende hin immer einseitigere Partie nannte.

Vorwürfe wollte der Däne seinen Schützlingen aber nicht machen: "Zum Schluss stand da eine sehr junge Mannschaft auf dem Feld."

Es war die Phase, in der die Gastgeber ihre ganze Routine ausspielten und sich von der 27:34-Heimniederlage im Viertelfinale des DHB-Pokals exakt eine Woche zuvor gegen den Landesrivalen SG Flensburg-Handewitt bestens erholt zeigten.

Landin wiedererstarkt

"Wir haben um jeden Ball gekämpft, denn wir wollten, dass unsere Fans richtig schön Weihnachten feiern können", sagte Kapitän Rene Toft Hansen.

Der Garant dafür war in erster Linie Torhüter Niklas Landin. Im Pokal gegen Flensburg noch ein wahrer "Seuchenvogel" zwischen den Pfosten, wehrte der Däne gegen seinen früheren Verein 20 Würfe ab und erreichte damit eine Quote von fast 50 Prozent.

THW-Coach Alfred Gislason fehlten da beinahe die Worte: "Eine überragende Leistung, die mich fast sprachlos macht."

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