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Kiel, Flensburg oder die Löwen - wer holt sich den Meistertitel in der DKB Handball-Bundesliga?
THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt oder Rhein-Neckar Löwen - wer holt sich den Meistertitel in der DKB Handball-Bundesliga © SPORTR1-Grafik: Gabriel Fehlandt/Getty Images/dpa Picture Alliance

München und Mannheim - Flensburg macht durch den Coup bei den Löwen das Titelrennen in der DKB-HBL zum Dreikampf. SPORT1 nimmt die SG, Löwen und den THW Kiel im Titelcheck unter die Lupe.

Der Kracher zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg-Handewitt brachte das für viele Handball-Fans gewünschte Ergebnis - von den Anhängern der Löwen mal abgesehen.

Mit dem 25:22-Erfolg machten die Flensburger den Meisterschaftskampf in der DKB HBL endgültig zu einem Dreikampf.

Das Spitzentrio aus Löwen, THW Kiel und Flensburg ist nur durch einen Punkt getrennt.

Der Meisterschaftskampf wird diesmal wohl spannend wie noch nie, anders als beim geschichtsträchtigen Zweikampf zwischen Löwen und Kiel aus dem Jahr 2014 mischen diesmal womöglich sogar drei Teams bis zum Ende mit.

Beim historischen Herzschlagfinale von 2014 behielt der THW am Ende mit einem Vorsprung von zwei mickrigen Törchen behielt der THW damals die Oberhand.

Auch diesmal könnte die Tordifferenz entscheiden.

Die Aktuelle Lage:

Die Rhein-Neckar Löwen sind mit 36:6 Punkten weiterhin Tabellenführer, Kiel (34:6) kann am Sonntag mit einem Sieg gegen den SC DHfK Leipzig (14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) nach Punkten gleichziehen und auch beim Torverhältnis aufholen.

Um 13 Treffer ist die Tordifferenz der Löwen derzeit besser. (DATENCENTER: Die Tabelle der DKB HBL)

Flensburg folgt mit 33:7 Punkten hinter dem Duo, hat also ebenfalls noch ein Spiel weniger als die Löwen.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Entscheidung im Titelkampf erst am 34. Spieltag am 5. Juni fallen wird.

SPORT1 blickt auf die Titelchancen der drei Teams.

Rhein-Neckar Löwen:

Gegen die Löwen sprechen die eigenen Nerven. Die Heimniederlage gegen Flensburg bedeutet für die Mannheimer einen psychischen Rückschlag, nachdem sie zuvor auf einer Erfolgswelle schwammen.

Und je näher ein Herzschlagfinale rückt, desto mehr werden die Erinnerungen an das eigene Scheitern vor zwei Jahren wieder wach werden. Es droht ein Vize-Syndrom.

"Wir müssen jetzt sehen, dass wir wieder auf die Beine kommen. Anders als heute müssen wir im Restprogramm Spiele zeigen, in denen alle, inklusive mir, ihre Leistung bringen und auf ihrem Level sind. Wir dürfen uns keine Schwäche mehr leisten", gab Andy Schmid als Marschroute für die nächsten Partien aus.

Für die Löwen spricht das leichte Restprogramm. Die schweren Gegner haben sie hinter sich. Eigentlich müssen sie nur noch ihre Pflicht erfüllen, nach wie vor sind sie Spitzenreiter.

"Wenn ich eine Ausgangslage wählen müsste, würde ich unsere nehmen, sagte Kapitän Uwe Gensheimer dem Mannheimer Morgen.

Mit Gensheimer und Groetzki sind die zuletzt verletzten deutschen Nationalspieler wieder zurück auf dem Parkett.

So sind die Rhein-Neckar Löwen weiterhin Titelanwärter Nummer eins.

Titelchancen: 75 Prozent

THW Kiel:

Gegen die Kieler sprechen die akuten Personalprobleme, die letztlich auch zur schmerzhaften 27:37-Pleite in der Champions League gegen Flensburg führten.

Mit Patrick Wiencek, Rene Toft Hansen, Steffen Weinhold und Christian Dissinger fallen vier Top-Spieler derzeit verletzt aus. Nur Dissinger wird vor dem Saisonendspurt wieder fit.

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar warnt jedoch davor, den Rekordmeister abzuschreiben: "Der Kader ist nach wie vor gespickt mit außergewöhnlicher internationaler Klasse. Die Kieler musst du immer auf der Rechnung haben."

In der Königsklasse stellten die Kieler beim 26:24-Sieg gegen Wisla Plock am Mittwoch bereits ihre Erfahrung und mentale Stärke unter Beweis. In den letzten Sekunden sicherten Dominik Klein und Domagoj Duvnjak den Sieg.

Die Routine könnte im Titelkampf zum großen Trumpf werden.

Und beim vorentscheidenden Duell mit Flensburg am 31. Spieltag wird der THW in der heimischen Ostseehalle auf Revanche brennen.

Titelchancen: 65 Prozent.

SG Flensburg-Handewitt:

Für Flensburg spricht vor allem das Momentum. Am Sonntag fügten sie dem THW Kiel in der Champions League eine historische Klatsche zu. Nun feierten sie auch noch in der Höhle der Löwen einen hart erkämpften Sieg.

Und die Flensburger haben den derzeit heißesten Spieler der DKB HBL in ihren Reihen. Rasmus Lauge war in beiden Partien der Schlüsselspieler, gegen die Löwen glänzte er mit neun Treffern. SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar bezeichnet ihn begeistert als Spielfuchs.

Dazu verfügt Flensburg derzeit über den breitesten Kader des Spitzentrios. Die Transferoffensive im Sommer hat sich gelohnt, Trainer Ljubomir Vranjes hat zahlreiche starke Alternativen auf der Bank.

Gegen Flensburg spricht der weitere Spielplan. "Wir wollen natürlich mitkämpfen, aber wir haben klar das schwierigste Programm", betonte Lauge bei SPORT1.

Unter anderem muss Flensburg am 31. Spieltag noch auswärts in Kiel antreten, am 30. Spieltag geht es zum Tabellenvierten aus Melsungen. Und auch das Heimspiel gegen die HSG Wetzlar mit Hexer und EM-Held Andreas Wolff im Tor wird alles andere als leicht.

Titelchancen: 50 Prozent.

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