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Der THW Kiel, die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen kämpfen um den Meistertitel © SPORT1 Grafik: Paul Haenel/Getty Images

München - In der DKB HBL bahnt sich ein spektakuläres Finale an. Die Löwen können nur die Nerven stoppen. Kiel hat einen Trumpf, Flensburg einen Lauf. SPORT1 checkt die Titelkandidaten.

Die DKB HBL geht in die entscheidende Phase der Saison und gerade einmal zwei Punkte trennt das Spitzentrio Rhein-Neckar Löwen (Mi., ab 20.30 Uhr gegen Bergischen HC LIVE im TV auf SPORT1), THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt.

Der Meisterschaftskampf wird dieses Mal wohl zum absoluten Krimi. Wie beim historischen Herzschlagfinale von 2014 könnte am Ende erneut die Tordifferenz entscheiden (Die Tabelle der DKB HBL).

SPORT1 nimmt die drei Kandidaten vorab unter die Lupe.

Form

Flensburg: Die SG ist seit acht Spielen ungeschlagen und machte mit dem Sieg im Spitzenspiel gegen die Löwen die Meisterschaft wieder spannend. Im Pokal warfen die Flensburger im Viertelfinale Kiel raus und in der Champions League fügten sie dem THW sogar eine historische Klatsche zu. 

Kiel: In der Liga ist der THW derzeit das Maß der Dinge. 13 Spiele in Folge haben die Kieler gewonnen, davon neun der letzten zehn Partien mit mindestens fünf Toren Unterschied. In der Champions League musste Kiel in den letzten Wochen allerdings sowohl gegen Flensburg als auch gegen Pick Szeged bittere Niederlagen einstecken.

Löwen: Mit 12 Siegen starteten die Löwen in die Saison, doch danach gab es gegen die direkten Konkurrenten Kiel und Flensburg zwei Niederlagen. Im Pokal setzten sie sich im Wiederholungsspiel erneut gegen die starken Melsunger durch. In der Champions League feierten die Mannheimer zuletzt einen wichtigen Auswärtssieg in Zagreb.

Restprogramm

Flensburg: Die SG hat das härteste Restpogramm. Unter anderem muss Flensburg am 31. Spieltag auswärts in Kiel antreten, am 30. Spieltag geht es nach Melsungen. Und auch das Heimspiel gegen Göppingen wird alles andere als leicht. 

Kiel: Für den THW wird wahrscheinlich der 31. und 32. Spieltag entscheidend. Innerhalb von einer Woche treffen die Kieler dann erst auf Flensburg und müssen danach zur Überraschungsmannschaft nach Melsungen. 

Löwen: Die Mannheimer haben das vermeintlich leichteste Restprogramm. Die Topspiele gegen Kiel, Flensburg und Melsungen haben sie alle bereits hinter sich. Jedoch stehen gleich noch sechs Auswärtsspiele auf dem Programm, unter anderem bei den Füchsen und der heimstarken HSG Wetzlar.

Star-Power

Flensburg: Dank der Transferoffensive im Sommer hat die SG den breitesten Kader des Spitzentrios. Abgesehen von Torhüter Mattias Andersson fehlen jedoch die absoluten Weltstars wie sie die Löwen und der THW haben. Mit Rasmus Lauge ist aber ein kommender Weltstar im Kader, der den Löwen zuletzt gleich neun Tore einschenkte.

Kiel: Der THW hat für SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar die beste erste Sieben und mit Niklas Landin einen Torhüter, der Spiele fast im Alleingang gewinnen kann. Das Team ist mit Weltklasse-Spielern gespickt und hat mit Domagoj Duvnjak zudem einen der ganz großen Spieler auf diesem Planeten in den eigenen Reihen.

Löwen: Den Löwen-Kader hält Kretzschmar für den stärksten - nicht zuletzt wegen des überragenden Andy Schmid, dem phänomenalen Spielmacher. Dazu trägt mit Uwe Gensheimer der beste Linksaußen der Welt ebenfalls das Trikot der Mannheimer. Lediglich auf der Torhüter-Position können sie mit Kiel und Flensburg nicht ganz mithalten.

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Belastung

Alle drei Teams sind noch in der Champions League vertreten.

Von dem Spitzentrio ist nur Kiel aus dem Pokal ausgeschieden und auch in der Champions League droht dem THW nach der klaren Hinspiel-Niederlage das Aus. Aufgrund zahlreicher Verletzungen wäre das aber womöglich sogar vom Vorteil, denn die Schlüsselspieler bei Kiel bekommen aktuell kaum eine Pause. Immerhin ist EM-Held Christian Dissinger wieder genesen.

Der Kader der Löwen und Flensburg sollte dagegen breit genug sein, um die Dreifachbelastung wegzustecken. 

SPORT1-Einschätzung

Flensburg: Die drei Teams sind aktuell absolut auf Augenhöhe. Die SG ist in Topform und hat in den direkten Vergleichen zuletzt einen bärenstarken Eindruck gemacht. Aufgrund des schweren Restprogramms und zwei Punkten Rückstand sind sie allerdings nur Außenseiter auf den Titel.

Kiel: Für die Kieler spricht ihre Sieger-Mentalität und große Erfahrung im Titelkampf. Am Ende wird es für die Schlüsselspieler aber eine Kraftfrage werden und verletzen darf sich niemand mehr.

Löwen: Der Tabellenführer hat es in der eigenen Hand. Mit dem besten Torverhältnis und leichtesten Restprogramm haben sie die optimalen Voraussetzungen. Entscheidend wird sein, ob die Nerven der Mannheimer diesmal besser halten als im Herzschlagfinale vor zwei Jahren.

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