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Der langjährige Macher der Brose Baskets Bamberg, Wolfgang Heyder, führte den HSC 2000 Coburg Richtung DKB HBL © SPORT1-Grafik: Imago

München - Der Aufstieg des HSC 2000 Coburg ist die Folge kontinuierlicher Arbeit. Nun soll die Expertise helfen, die auch in einer anderen Sportart erfolgreich war.

Es war ein Start, wie man ihn sich als Bundesliga-Neuling nur wünschen kann. Zur Premiere in der DKB HBL feierte der HSC 2000 Coburg bei der MT Melsungen einen Sensationssieg.

Und nun gastiert mit den Rhein Neckar Löwen am zweiten Spieltag gleich der amtierende Meister in der HUK-COBURG arena (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Völlig aus dem Nichts kommt der Erfolg der fränkischen Handballer aber keineswegs. Der Durchmarsch von der Bayernliga - in der das Team noch 2002 spielte - in die beste Handballliga der Welt, ist Ergebnis kontinuierlicher Arbeit.

Die Zusammenlegung von HSG Coburg und TV Neuses geschah 2000 unter der Zielsetzung, höherklassigen Handball in Coburg zu ermöglichen

Um dieses Ziel zu erreichen, bediente man sich vor allem der personellen Hilfe vom deutschen Basketball-Meister Bamberg.

Mit Basketball-Vereinsführung zum Erfolg

Unter Wolfgang Heyder, der davor langjähriger erfolgreicher Geschäftsführer bei den Brose Baskets Bamberg war, gelang den Coburgern der Aufstieg in Bundesliga.

Heyder ist zwar im Frühjahr "nach Meinungsverschiedenheiten aus persönlichen Gründen", wie er im Gespräch mit SPORT1 betont, aus dem Manager-Amt geschieden.

Aber mit Steffen Ramer übernahm am 1. Juli erneut ein Ex-Funktionär des Bamberger Basketballvereins die Rolle des Geschäftsführers bei den Coburgern. Bei den Brose Baskets war Ramer sogar direkter Assistent von Heyder.

Heyder hält große Stücke auf seinen Nachfolger: "Steffen besitzt eine hohe Affinität in puncto Marketing."

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Brose Baskets als Vorbild

Die Arbeit bei den Brose Baskets und jetzt bei Coburg unterscheide sich dabei nicht groß. "Heute spielt es eine wichtige Rolle, neue Sponsoren im regionalen Bereich zu finden. Handball und Basketball sind Randsportarten, die man über das regionale Thema definieren muss, und Steffen hat in diesem Bereich in Bamberg viel Erfahrung gesammelt."

Um in der DKB HBL mithalten zu können, geht es Ramer jetzt vor allem um eines: Professionalisierung, in Form moderner Strukturen.

"Wir werden alles daran setzen, die angestoßene Professionalisierung auf und neben dem Handballfeld weiter auszubauen sowie die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern stärker zu vertiefen", lautet sein Rezept.

Die erste Franken-Macht, Brose Bamberg, gilt dabei als Vorbild. Im Hinblick auf Wachstum in den Punkten Hospitality, Sponsoring und Jugendarbeit könne sich Coburg da etwas abschauen. "Das sind Themen, die man entwickeln kann, damit der Handball in Coburg noch weiter wächst", so Heyder.

So feierten die Coburger den Bundesliga-Aufstieg © Imago

Coburg langfristig die zweite Franken-Macht?

Bis zum Meistertitel ist es für Coburg natürlich ein weiter Weg. Aber dass sich der HSC zur zweiten Sport-Macht in Oberfranken entwickelt, kann sich Heyder gut vorstellen.

"Coburg hat als Handballstandort Tradition, in der Region gibt es eine große Dichte an Handballern. Zentral wird sein, Firmen als Sponsoren zu gewinnen und Coburg als Standort interessant zu halten."

HSC mit Sensationssieg zum Auftakt

Als sportliches Ziel steht zunächst einmal der Klassenerhalt an. Das soll vor allem über den Teamgeist funktionieren. "Ich bin fest davon überzeugt, dass die Mannschaft als Team arbeiten wird. Wenn sie das durchziehen und keine großen Verletzungen auftreten, haben sie die Chance, den Klassenerhalt zu schaffen", so Heyders Prognose für den weiteren Saisonverlauf.

Mit Tom Wetzel, Steffen Coßbau, Adnan Harmandi, Sebastian Weber und Florian Billek haben die Coburger Handballer einige Akteure mit Bundesliga-Erfahrung in ihren Reihen, die bei der Mission Klassenerhalt zu Leistungsträgern werden sollen.

Beim Auftakt in Melsungen hat das beim 25:20-Erfolg schon einmal bestens funktioniert.

Gegen die Löwen steht nun die erste wirkliche Reifeprüfung an.

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