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Berlin - Der THW fängt sich in Unterzahl ein Tor. Ganz normal? Nicht für Alfred Gislason, der sich Möchtegern-Balldieb Raul Santos vorknöpft und dessen Vergangenheit anspricht.

Nach dieser Auszeit dürfte sich der Kleinste im Kader des THW Kiel noch kleiner als 1,80 Meter gefühlt haben.

Raul Santos, Neuzugang vom VfL Gummersbach, wurde von Kiels Trainer-Vulkan Alfred Gislason im Spiel bei den Füchsen Berlin vor versammelter Mannschaft gehörig zusammengefaltet.

Der in der Dominikanischen Republik geborene Österreicher hatte in der 13. Minute, als Kiel in Unterzahl war, auf einen Ballgewinn spekuliert, anstatt sich für den gegnerischen Rechtsaußen verantwortlich zu fühlen.

Berlins Rückraumstar Petar Nenadic roch den Braten und passte auf den freistehenden Mattias Zachrisson, der zum 4:6 verkürzte.

Hier brockt sich Kiels Raul Santos den Anpfiff ein - er rückt viel zu weit von Berlins Rechtsaußen Zachrisson ab
Hier brockt sich Kiels Raul Santos den Anpfiff ein - er rückt viel zu weit von Berlins Rechtsaußen Zachrisson ab © SPORT1

"Ey, Raul, was macht du in der Abwehr da? Warum läufst du da raus?", tobte Gislason - und spielte auf dessen drei Jahre in Gummersbach an: "Du bist nicht in Gummersbach [und nicht hier fürs] Bälle klauen."

Santos lässt Tore sprechen

"Halt dich in der Abwehr da", wies er den 24-Jährigen an und fragte rhetorisch: "Oder was meinst du ist besser: zwei Meter [Freiraum] für den Außen oder zehn, fünfzehn Meter?" 

Santos gab kleinlaut zur Antwort: "Ja." Anschließend steuerte er zwei Tore zum Zwischenspurt der Kieler zum 11:5 bei.

Am Ende kam der Linksaußen auf sechs Tore, sein THW zu einem lockeren 26:18-Sieg beim Klubweltmeister.

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