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Stefan Kretzschmar blickt in seiner Kolumne auch auf Comebacker Viktor Szilagyi © SPORT1 / Imago

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne den deutschen Champions-League-Start und blickt auf das Topspiel der DKB HBL mit einem alten Bekannten.

Hallo Handball-Fans,

nach drei Spieltagen in der Champions League zeichnen sich erste Erkenntnisse ab - die Königsklasse ist sehr ausgeglichen. 

Und aufgrund der Leistungsdichte an der Spitze ist es durchaus möglich, dass das Final Four diesmal ohne deutsche Beteiligung stattfindet.

Daran glaube ich aber nicht wirklich - dafür sind Flensburg, Kiel und die Löwen zu stark.

In der vermeintlich leichteren Gruppe ist der Abenteuer-Ausflug der Löwen nach Brest in Weißrussland natürlich nicht optimal gelaufen, weshalb Nikolaj Jacobsen auch ziemlich sauer war.

Aber sowohl dort als auch bei Pick Szeged kann man mal Federn lassen, das sind keine Gurkenmannschaften. Die Heimspiele sollten die Löwen dann aber schon gewinnen...

Flensburg halte ich trotz der unglücklichen Niederlage gegen Barcelona nach dem Patzer von Thomas Mogensen für die aktuell stärkste deutsche Mannschaft. Auch das Spiel in der DKB HBL in Lemgo hat gezeigt, wie groß die mentale Stärke innerhalb der Mannschaft ist. 

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Man sollte die SG trotz der verlorenen Punkte gegen Veszprem und Barcelona auf keinen Fall abschreiben. Auf mich macht sie einen sehr stabilen Eindruck.

Am Ende werden sich die acht Topmannschaften der letzten Saison auch dieses Jahr wieder um die Tickets für Köln streiten.

Barcelona und PSG – mit mittlerweile wohl deutlich über 15 Millionen Euro Jahresetat auch das Finanz-Mekka im Handball - sind für mich die klaren Favoriten. Dahinter kämpfen Veszprem, Flensburg, Kiel, die Löwen, Kielce und Skopje um die Plätze.

Was gerade beim THW Kiel passiert, ist super spannend. Man hat einen großen Kader mit einigen jungen, hochinteressanten Spielern wie Nikola Bilyk oder Lukas Nilsson. Die werden sich während der Saison noch verbessern und einspielen.

In der Liga steht jetzt erst einmal der Bergische HC auf dem Programm. Vor zwei Wochen hätte ich gesagt: klarer Sieg für Kiel. Jetzt aber hat sich der BHC gefangen, aus den letzten drei Spielen fünf Punkte geholt. Das müssen die Kieler ernst nehmen.

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Aber klar ist auch: Dieses Spiel in der Kölner Lanxess-Arena (Mi., 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) dürfen sie nicht verlieren, wenn sie weiter zu den Anwärtern auf die Meisterschaft zählen wollen.

Beim BHC wird natürlich vor allem Viktor Szilagyi, der mit 38 Jahren gerade sensationell sein Comeback gegeben hat, gegen seinen alten Klub brennen.

Auf ihn mit all seiner Erfahrung und offensichtlich immer noch vorhandenen Klasse müssen die Kieler besonders aufpassen - sofern er denn wieder zum Einsatz kommt.

Zu Gislasons Standpauke für Raul Santos beim überzeugenden Sieg des THW in Berlin: Ich kenne sowas zur Genüge. Ich habe zehn Jahre unter ihm trainiert. Das kann schon einmal passieren.

Normalerweise zwar nicht auf dem Spielfeld, sondern in der Kabine. Aber das ist für Gislason völlig normal. So ist Alfred nun einmal. Er achtet extrem darauf, dass keiner aus dem System ausschert.

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Weil er weiß, wie wichtig das ist, um erfolgreich zu sein. In diesem speziellen Fall ist ihm das Spekulationsverhalten von Santos auf den Wecker gegangen - und dann hat er mal kurz die Nerven verloren.

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 43, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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