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Frank Flatten (M.) kann die Kieler Vorschläge nicht verstehen
Frank Flatten (M.) kann die Kieler Vorschläge nicht verstehen © SPORT1

Nachdem Thorsten Storm seinen Profis einen Nationalteam-Verzicht nahegelegt hat, reagiert Gummersbachs Geschäftsführer erbost und spricht von "Propaganda".

In der Diskussion um die Überbelastung im Handball hat sich Gummersbachs Geschäftsführer Frank Flatten eingeschaltet.

Der VfL-Boss fand überhaupt kein Verständnis für die Aussagen von Thorsten Storm. Der Manager des THW Kiel hatte seinen Profis zuletzt nahegelegt, auf die Nationalmannschaft zu verzichten.

"Wenn das ernst gemeint war, sollte man nicht mehr zu den Top-Klubs wechseln. Denn das Nationalteam ist das Zugpferd für den Handball. Diese ganze Diskussion ist schädlich für den Sport", echauffierte sich Flatten während der Partie seiner Gummersbacher gegen die Rhein-Neckar Löwen, die der Titelverteidiger klar für sich entschied.

"Das ist schon fast Propaganda, dass sich Kiel und Flensburg immer melden und von Überbelastung sprechen", sagte Flatten.

Flatten nimmt Kiel in die Pflicht

Der 51-Jährige nahm die Kieler selbst in die Pflicht. "Der Verein ist verantwortlich, ob Überbelastung entsteht oder nicht. Die Champions-League-Teilnehmer haben einen höheren Spieleretat und können mehr in den Spielerpark investieren", so Flatten, der sich deswegen auch über den Wechsel von Dener Jaanimaa wunderte, der wegen mangelnder Spielpraxis Kiel Richtung Melsungen verlassen hatte.

Flatten ist der Meinung, dass sich "alle Spieler in der Bundesliga die Frage stellen müssen, ob sie nach Kiel wechseln wollen, wenn ihnen da nahegelegt wird, auf die Nationalmannschaft zu verzichten."

Storm rudert etwas zurück

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Storm selbst ruderte bei SPORT1 etwas zurück, blieb aber bei seiner Meinung. "Wir freuen uns über jeden Spieler, der für die Nationalmannschaft antreten kann. Der THW Kiel hat neun Spieler für die Olympischen Spiele gestellt, auch für die deutsche Nationalmannschaft. Wir unterstützen das mit allen Kräften", sagte Storm.

Allerdings hält es der Manager des Rekordmeisters weiterhin vonnöten, dass der Verein und die Spieler egoistischer denken.

"Wenn man in der eigenen Vereinsmannschaft nicht spielen kann, einfach platt ist, weil das System einfach kein Spiel mehr hergibt - wenn man das nicht kann, kann man auch nicht zur Nationalmannschaft fahren. Da muss man eine bessere Balance finden", sagte Storm.

Am Ende seien "die Spieler immer die Gelackmeierten. Das liegt nicht an der Nationalmannschaft, dass das immer die bösen Buben sind. Ganz und gar nicht. Wir brauchen die Nationalmannschaft. Aber irgendwo muss jeder an seinen eigenen Klub denken. Das meine ich mit Egoismus. Damit meine ich besonders die Spieler, die an ihre Gesundheit denken müssen."

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