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Stefan Kretzschmar ist von der Sportstadt Leipzig begeistert © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images

München - Fußball und Handball beflügeln sich in Leipzig gegenseitig. SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar beschreibt die Stimmung in der Stadt. Zum Projekt RB hat er eine klare Meinung.

Leipzig ist aktuell das sportliche Epizentrum der Republik. RB Leipzig rockt die Fußball-Bundesliga und schloss am vergangenen Spieltag sogar zum Rekordmeister FC Bayern auf.

In der Handball-Bundesliga ärgert der SC DHfK Leipzig als Aufsteiger des Vorjahres die Etablierten und steht hinter den "Big Four" SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen und Füchse Berlin schon auf Platz fünf.

Dem Establishment auf den Fersen

Wie dicht die Leipziger dem Handball-Establishment wirklich schon auf den Fersen sind, könnte sich am Mittwochabend zeigen, wenn das Überraschungsteam zum Ost-Kracher bei den Füchsen antritt.

Das Team aus Berlin ist aktueller Klub-Weltmeister und derzeit Tabellendritter der DKB HBL.

"Die sensationelle Saison von RB gibt der ganzen Stadt einen gewissen Stolz und Euphorie", beschreibt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar, gleichzeitig Aufsichtsrat beim SC DHfK Leipzig, die Stimmung in der Stadt. "Davon profitiert auch der Handball."

Auch RB-Sportdirektor Ralf Rangnick zeigte sich zuletzt begeistert von der Sportstadt Leipzig: "Wir arbeiten hier an einem der spannendsten Standorte in Deutschland, in einer der meistunterschätzten Städte."

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Unterschiedliche Philosophien

Dabei unterscheiden sich die Erfolgsgeschichten der beiden Vorzeigeteams gehörig: Die Fußballer konnten sich bei ihrem Durchmarsch an die Spitze der Bundesliga auf den finanziellen Rückhalt eines Weltunternehmens als Sponsor verlassen.

Der Handball-Verein - immerhin neunmaliger DDR-Meister - musste da schon ein anderes Pfund in die Waagschale werfen: "Junge Spieler, ein guter Trainer und eine vernünftige Spielphilosophie - das ist das Erfolgsrezept des SC DHfK", glaubt Kretzschmar.

Investoren für den Leipziger Handball?

Wäre dann mit einer Finanzspritze eines großzügigen Sponsors nicht noch mehr drin für die Handballer als Platz fünf?

Kretzschmar hat dazu eine klare Meinung: "Es ist natürlich immer sicherer, sich finanziell auf breite Füße zu stellen. Aber ganz ehrlich: Kein Handball-Bundesligist, der so ein Angebot wie das der Leipziger Fußballer von Red Bull bekommen würde, würde es ausschlagen. Alles andere wäre Heuchelei."

Noch ohne Großinvestor muss das Überraschungsteam der Liga am Mittwoch aber erst einmal beim Favoriten in Berlin bestehen. Sollten die Leipziger aber auch die Füchse in die Knie zwingen, könnten sie sich für Sponsoren noch attraktiver machen. 

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