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Die Füchse Berlin teilen sich nach einer dramatischen Schlussphase die Punkte mit der MT Melsungen. Die Hessen denken sogar über einen Protest nach.

Die Füchse Berlin lassen Punkte gegen Melsungen liegen und haben sich nach einer dramatischen Schlussphase heftige Diskussionen mit Gegner und Unparteiischen geliefert.

Aufgrund des 28:28-Unentschiedens verpassen es die Füchse, mit dem THW Kiel auf Platz drei gleich zu ziehen. Der frisch gebackene DHB-Pokalsieger hatte zuvor in letzter Sekunde gerade noch ein 23:23 gegen GWD Minden gerettet.

Beide Teams vergaben in den letzten Minuten einer hitzigen Partie reihenweise Chancen auf den Sieg. Für die Füchse scheiterte Nationalspieler Paul Drux mit dem letzten Wurf.

Danach traf tatsächlich noch Melsungens Johannes Sellin zum vermeintlichen Außenseiter-Sieg, doch zuvor war bereits die Uhr abgelaufen.

Im Anschluss kam es am Zeitnehmertisch zu tumultartigen Szenen mit Füchse-Keeper Silvio Heinevetter im Zentrum, der sich unter anderem mit MT-Linksaußen Jeffrey Boomhouwer anlegte. Erst mit vereinten Kräften konnten die Streithähne getrennt werden.

Melsungen erwägt Protest

Nicht wegen der Tumulte, sondern wegen einer Szene kurz vor Sellins letztem Wurf erwägt die MT Melsungen Protest gegen die Wertung des Spiels einzulegen. Berlins Nationalspieler Fabian Wiede soll Boomhouwer bei der Ausführung eines Einwurfs behindert haben, weil er den Ball auf der Bank fing und hinter sich fallen ließ. MT hinterlegte daraufhin einen entsprechenden Vermerk im Spielbericht und hat nun bis Samstag Zeit, einen schriftlichen Einspruch an die HBL zu richten.

"Wir werten die Szenen zurzeit aus und haben uns noch nicht entschieden. Wir werden das in Ruhe überlegen", sagte MT-Geschäftsführer Axel Geerken dem SID am Donnerstag und kündigte eine Entscheidung für Samstag an.

Unabhängig davon sei es dem Klub wichtig zu zeigen, "dass da etwas nicht in Ordnung ist". Ein erfolgreicher Einspruch hätte ein Wiederholungsspiel zur Folge. Abgesehen von der schwierigen Terminfindung bestehe dann allerdings, so Geerken, "die Gefahr, dass man es verliert".

Wiede war sich im SPORT1-Interview keiner Schuld bewusst. "Ich habe den Ball ganz normal hinter mich auf den Boden gelegt. Ich weiß nicht, was das Problem ist", erklärte der Linkshänder seine Sicht der Dinge.

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Die Füchse bleiben damit in der Tabelle einen Punkt hinter dem frisch gebackenen DHB-Pokalsieger zurück auf Rang vier. Dahinter folgt der SC Magdeburg, der zuvor einen 27:26-Arbeitssieg gegen den TVB Stuttgart gefeiert hatte.

Sowohl Berlins Hans Lindberg als auch Melsungens Michael Müller trafen jeweils sieben Mal. Der Däne Lindberg leistete sich dabei keinen einzigen Fehlwurf.

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