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Ein kursioser Siebenmeter sichert dem TBV Lemgo gegen Balingen Weilstetten den Ausgleich © SPORT1

Ein kurioser Siebenmeter sorgt im Duell zwischen HBW Balingen-Weilstetten und dem TBV Lemgo für Aufregung und die Entscheidung. Balingen legt Einspruch ein.

Dass Siebenmeter im Handball eine entscheidene Rolle spielen können, ist allseits bekannt.

Dass ein solcher Strafwurf aber derart in den Fokus gerät, wie im Duell zwischen der HBW Balingen-Weilstetten und dem TBV Lemgo, ist auch für bekennende Handballfans unüblich.

Die abstiegsbedrohten Handballer aus Balingen erzielten 15 Sekunden vor Schluss den Führungstreffer im hitzigen Bundesliga-Duell mit dem Tabellen-13. Lemgo.

Die Hausherren liebäugelten bereits mit dem Sieg, die Zuschauer feierten. Doch im letzten Angriff entschied der Schiedsrichter aufgrund einer harten Attacke durch Martin Strobel auf Rote Karte und Siebenmeter für die Gäste aus Ostwestfalen.

Doppelte Chance

Lemgos Tim Hornke nahm die Verantwortung auf sich, trat zum entscheidenden Strafwurf an und vergab gegen Balingens starken Torhüter Tomas Mrkva. Der Jubel in der Halle war groß. Anders als erwartet war die Partie an dieser Stelle allerdings nicht beendet.

Der Grund: Beim Pfiff zum Siebenmeter waren noch drei Sekunden auf der Uhr, die die Schiedsrichter vor der Ausführung normalerweise ablaufen lassen. Weil der 26-jährige Hornke vor Ablauf der Zeit warf, ließen die Referees den Wurf wiederholen.

Und das Geschenk nahm Hornke an. Er versenkte den zweiten Wurf sicher im Netz. Lemgo vollendete in aller letzter Sekunde zum entscheidenden 27:27-Ausgleich.

Balingen legt Einspruch ein

"Alle Beteiligten wissen, dass die Schiedsrichter die Regel so ausgelegt haben, dass die drei Sekunden runtergelaufen wären. Tim Hornke hat geworfen, obwohl er nicht durfte und deswegen wurde der Siebenmeter wiederholt. Deshalb gibt es daran auch gar nix zu rütteln," erklärte Lemgos Trainer Florian Kehrmann nach der Partie.

Ganz so klar scheint die Auslegung für den vermeintlich um einen Sieg betrogenen Gegner Balingen allerdings nicht zu sein.

Auf der Website erklärt der Verein, fristgerecht Einspruch gegen die Schiedsrichterentscheidung und die Wertung des Spiels eingelegt zu haben. "Man hat uns einen Punkt geklaut," so HBW-Trainer Runar Sigtryggsson wütend.

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