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Stefan Kretzschmar warnt die SG Flensburg-Handewitt vor Stuttgart © SPORT1/Getty Images

SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar warnt Flensburg vor Kellerkind Stuttgart (ab 18.55 Uhr LIVE im TV), auch die Löwen müssen gegen den BHC (ab 20.40 Uhr LIVE im TV) aufpassen.

Hallo Handball-Fans,

wir steuern in der DKB Handball-Bundesliga auf ein echtes Drama-Finale zu!

Es kann gut sein, dass sich das Meisterrennen erst im direkten Duell zwischen der SG Flensburg-Handewitt und den Rhein-Neckar Löwen entscheidet, auch wenn es das Restprogramm für beide in sich hat.

Die Flensburger haben heute den TVB 1898 Stuttgart zu Gast (ab 18.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM), parallel müssen die Löwen gegen den Bergischen HC ran - und beide Gegner darf man nicht unterschätzen! Da herrscht Stolpergefahr.

Denn die Mannschaften da unten kämpfen ums nackte Überleben. Der Abstiegskampf ist beinahe die neue Meisterschaft, es ist wahnsinnig spannend. Stuttgart und der BHC haben sich eine Rüstung angelegt, wollen unbedingt den Ligaverbleib sichern und haben in den letzten Wochen auch gute Ergebnisse erzielt.

Hut ab, was im Abstiegskampf geleistet wird. Deshalb halte ich es auch durchaus für möglich, dass der BHC oder Stuttgart noch zu Stolpersteinen im Meisterrennen werden können.

Bei den Stuttgartern hängt viel von Torwart Johannes Bitter ab. Wenn er, wie in der Vergangenheit häufiger, einen Sahnetag hat, dann haben die Stuttgarter auch gegen Flensburg absolut eine Chance.

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Für Flensburg wiegt der Ausfall von Holger Glandorf sehr schwer. Das muss man erstmal kompensieren. Anderseits sind sie auch gefestigt genug.

Im direkten Aufeinandertreffen mit den Löwen am 28. Mai hat die SG außerdem den Heimvorteil. Die "Hölle Nord" wird dann brennen. Aber die Löwen haben in der Vergangenheit in Flensburg immer gut ausgesehen, konnten dort auch schon gewinnen. Ich traue ihnen das wieder zu.

Denn das verlorenen Pokal-Halbfinale in Hamburg ist endgültig raus aus den Köpfen der Löwen. Das hat mit der Liga nichts zu tun.

Die Löwen haben in den letzten Spielen sehr souverän und auf hohem Niveau agiert und mittlerweile genug internationale Klasse, um mit brenzligen Situationen umgehen zu können. Da muss man sich keine Sorgen ums Nervenkostüm der Löwen machen.

Das war in früheren Zeiten vielleicht mal eine Schwäche, aber das haben sie mit der Meisterschaft abgelegt.

Deswegen wage ich in der Meisterfrage keine Prognose - außer, dass Kiel wohl keine große Rolle mehr spielen wird, selbst bei einem Sieg heute in Leipzig (ab 20.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM). Das ist für den THW sicherlich enttäuschend. Aber solche Jahre gibt es eben. Flensburg und die Löwen haben einfach eine konstantere Saison gespielt.

Und immerhin hat Kiel mit dem DHB-Pokal einen Titel gewonnen und wird sich voraussichtlich wieder für die Champions League qualifizieren. Deswegen ist die Saison auch keine Enttäuschung. Es ist sicherlich keine perfekte Saison, keine super Saison, aber enttäuschend jetzt auch nicht unbedingt.

Euer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 43, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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