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Fuechse Berlin v HSV Handball - EHF Cup Final
Die Füchse Berlin gewannen das Finale des EHF-Cups gegen den HSV Hamburg © Getty Images

Berlin - Mit dem Sieg gegen Hamburg holen die Füchse Berlin ihren ersten internationalen Titel. Silvio Heinevetter ragt im Finale vor heimischer Kulisse heraus.

Die Füchse Berlin haben sich im letzten Endspiel unter ihrem scheidenden Trainer Dagur Sigurdsson den großen Traum vom ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte erfüllt.

Der Hauptstadtklub setzte sich im hitzigen Final-Thriller um den EHF-Cup mit 30:27 (16:13) gegen den Bundesligakonkurrenten HSV Hamburg durch und feierte unter dem ausgelassenen Jubel der 8206 Fans in der heimischen Max-Schmeling-Halle den historischen Erfolg.

Lang ersehnter Erfolg

Während die Hamburger um Trainer Jens Häusler zwei Jahre nach dem sensationellen Triumph in der Champions League einen weiteren Coup im zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerb verpassten, fiel den Berlinern mit dem Schlusspfiff eine riesige Last von den Schultern.

Im vergangenen Jahr war der deutsche Pokalsieger von 2014 an gleicher Stelle noch im Halbfinale gescheitert - nun folgte endlich der lange ersehnte Erfolg.

"Es ist sehr, sehr schön für unseren Verein, das hier zu Hause zu erleben. Die Nerven haben gehalten", sagte Sigurdsson bei Sky. Nationalspieler Paul Drux, der das entscheidende Tor zum Endstand erzielte, fand es "überragend, einfach nur geil". Torwart Silvio Heinevetter empfand "eine Riesenerlösung. Wir haben uns vor der Saison das Ziel gesetzt, diesen Pokal zu holen. Der Druck war groß."

Igropulo und Heinevetter ragen heraus

Konstantin Igropulo ist die Freude über den Triumph anzumerken © instagram@igrok35official

Angeführt vom starken Russen Konstantin Igropulo (6 Tore) erwischten die Füchse den besseren Start und nährten früh die Hoffnung auf einen weiteren Heimsieg gegen Hamburg. In der Bundesliga hatte es Anfang April ein 28:25 gegeben. Wie bereits am Tag zuvor im Halbfinale ragte Nationalkeeper Silvio Heinevetter bei den Berlinern lange heraus.

Auf der Gegenseite stand ihm Johannes Bitter jedoch in nichts nach. Auch der Routinier brachte die Offensive der Füchse mehrfach zur Verzweiflung.

Beim Stand von 7:6 ging Hamburg erstmals in Führung, Berlins Coach Sigurdsson behielt jedoch die Ruhe. Der 42-Jährige stand am Sonntag zum letzten Mal in einem großen Endspiel für die Hauptstädter an der Seitenlinie. Der Isländer verlässt den Klub nach sechs Jahren am Saisonende und konzentriert sich künftig ausschließlich auf seinen Job als Bundestrainer.

Hamburg hält dezimiert mit

Die Hamburger mussten derweil früh einen Schock verdauen. Davor Dominikovic blieb Mitte der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall auf dem Feld liegen und schrie vor Schmerzen. Erst nach einer mehrminütigen Behandlungspause wurde die Begegnung fortgesetzt. Der Kroate konnte aufgrund einer Schulterverletzung jedoch nicht mehr mitwirken und wurde aus der Halle gebracht. Eine genaue Diagnose seiner Verletzung liegt laut dem HSV noch nicht vor.

In der Folge drehte Berlin offensiv mächtig auf und erarbeitete sich einen komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung (15:10, 26.). Doch selbst das sollte noch nicht reichen, und Hamburg schaffte trotz der Roten Karte für Alexandru Simicu erneut den Ausgleich (21:21, 45.), ehe Berlin schließlich in der hochspannenden Schlussphase mit vielen Nickligkeiten nichts mehr anbrennen ließ.

Mit einer Ausnahme im Vorjahr haben seit 2004 ausschließlich deutsche Mannschaften den EHF-Cup errungen. Das erste deutsche Finale seit vier Jahren hatten Hamburg und Berlin am Samstag in der Max-Schmeling-Halle mit souveränen Siegen in der Vorschlussrunde perfekt gemacht. 

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