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Christian Dissinger überzeugte zuletzt im Trikot der Nationalmannschaft
Christian Dissinger war mit acht Toren bester Werfer des DHB-Teams © Getty Images

Eine Woche vor dem Auftakt der Europameisterschaft präsentieren sich die deutschen Handballer bereits gut in Form. Gegen den WM-Elften gelingt ein knapper Sieg.

Frühform bestätigt, ersten Härtetest bestanden: Die deutschen Handballer haben Teil eins ihrer Generalprobe erfolgreich gemeistert.

Die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson besiegte Island in einem wahren Handball-Krimi mit 26:25 (15:13) und tankte exakt eine Woche vor ihrem Auftaktspiel bei der EM in Polen gegen Ex-Weltmeister Spanien weiteres Selbstvertrauen.

"Wir haben verdient gewonnen, so eine Erfahrung ist für uns im Hinblick auf die EM Gold wert", sagte Torhüter Carsten Lichtlein: "Die Abwehr war deutlich stabilisiert, jetzt müssen wir nur noch die technischen Fehler im Angriff abstellen."

Das fand auch Teammanager Oliver Roggisch: "Unsere Chancenverwertung muss noch besser werden, ein paar Big Points haben wir heute nicht gemacht. Aber wir waren in der Abwehr verbessert, und es ist wichtig, dass wir am Ende cool geblieben sind."

Sellin sorgt für die Entscheidung

Beste deutsche Torschützen vor 4300 Zuschauen in Kassel waren die beiden Rückraumspieler Christian Dissinger (8 Treffer) und Steffen Fäth (6) sowie Kreisläufer Hendrik Pekeler (6). Den Siegtreffer erzielte Rechtaußen Johannes Sellin 75 Sekunden vor dem Ende. Am Sonntag trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Hannover erneut auf den WM-Elften Island.

"Die Stimmung ist mir schon fast ein bisschen zu gut", mahnte Roggisch unmittelbar vor der Partie am Samstag. Die Leistung vier Tage zuvor gegen Tunesien (37:30) sei zwar schon ordentlich gewesen, gegen Island müsse die deutsche Mannschaft aber "nachlegen". Coach Sigurdsson erklärte Siege zur "besten Art des Teambuildings".

Lichtlein hält das Team im Spiel

Dennoch brauchte die deutsche Mannschaft im ersten der beiden "absoluten Härtetests" ein paar Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Und so war es vor allem der Defensive um Keeper Lichtlein zu verdanken, dass die Gastgeber trotz einiger technischer Fehler im Angriff den Gegner schnell dominierten.

Beim 6:3 (13.) durch den dritten Dissinger-Treffer ging Deutschland erstmals mit drei Toren in Führung.

Angetrieben von den Treffern des wie gegen Tunesien bärenstarken Kieler Rückraumspielers (fünf Tore in der Anfangsviertelstunde) gewann nun auch die DHB-Offensive zunehmend an Sicherheit und wirbelte die gegnerische Abwehr ein ums andere Mal gehörig durcheinander. Erst nach dem 12:8 (21.) geriet der DHB-Motor ein wenig ins Stottern, sodass die Skandinavier bis zur Pause auf zwei Treffer herankamen.

Das DHB-Team bleibt cool

Auch im zweiten Abschnitt kontrollierte Deutschland zunächst das Geschehen. Zwar ließen sich die Isländer um den überragenden Ex-Kieler Aron Palmarsson (8 Treffer) nicht abschütteln und gingen sechs Minuten vor dem Ende sogar noch einmal in Führung (24:23), doch das deutsche Team blieb cool und drehte die Partie kurz vor Schluss.

Die Spiele gegen Island sind für das umformierte deutsche Team der letzte Gradmesser vor der EM. Nach den verletzungsbedingten Absagen von vier Stammspielern, unter ihnen auch Kapitän Uwe Gensheimer, schickt Sigurdsson eine international weitgehend unerfahrene Mannschaft ins Rennen.

Bei der EM trifft das deutsche Team am 16. Januar (18.30 Uhr) in Breslau zunächst auf Ex-Weltmeister Spanien. Weitere Vorrundengegner in der Gruppe C sind Schweden (18. Januar/20.30) und Slowenien (20. Januar/17.15). Die ersten drei Teams jeder Gruppe erreichen die Hauptrunde und nehmen die untereinander erzielten Ergebnisse mit.

Das Spiel im Stenogramm

Deutschland - Island 26:25 (15:13)

Tore: Dissinger (8), Pekeler (6), Fäth (6), Strobel (2), Weinhold (2), Reichmann (1), Sellin (1) für Deutschland - Palmarsson (8), Petersson (6), Sigurosson (4), Arnor Thor Gunnarsson (2), Robert Gunnarsson (2), Hallgrimsson (1), Gudjonsson (1), Gudmundsson (1) für Island

Zuschauer: 4300

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