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Steffen Weinhold (m.) ist der deutsche Kapitän bei der Handball-EM
Steffen Weinhold (m.) ist der deutsche Kapitän bei der Handball-EM © Getty Images

Das DHB-Team will bei der EM in Polen für eine Überraschung sorgen. Die Gruppengegner haben es in sich. Es geht auch um Rio. SPORT1 beantwortet vorab die wichtigsten Fragen.

Mit dem Eröffnungsspiel Kroatien gegen Weißrussland beginnt am Freitag die Handball-EM (alle Spiele im LIVETICKER).

Die deutsche Mannschaft hat sich hohe Ziele gesteckt, muss aber den Verzicht einiger Leistungsträger wegstecken.

SPORT1 beantwortet vorab die wichtigsten offenen Fragen zur Europameisterschaft 2016.

Wo findet die Handball-EM statt?

Die XII. Europameisterschaft der Männer findet vom 15. bis 31. Januar erstmals in Polen statt.

Gespielt wird in Krakau (Gruppe A, Hauptrunde, Halbfinals und Medaillenspiele), Kattowitz (Gruppe B), Breslau (Gruppe C, Hauptrunde, Platzierungsspiele) und Danzig (Gruppe D).

Wie ist der Modus?

Die 16 Mannschaften spielen in vier Vorrundengruppen.

Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein. Die Punkte gegen die aus der eigenen Gruppe für die Hauptrunde ebenfalls qualifizierten Teams werden mitgenommen.

In der Hauptrunde gibt es dann zwei Sechsergruppen. Die beiden bestplatzierten Mannschaften der beiden Hauptrundengruppen erreichen das Halbfinale. Die Sieger der Halbfinal-Partien bestreiten am 31. Januar in Krakau das EM-Finale, die Verlierer spielen um Platz drei.

Der Europameister wird am Ende acht Spiele absolviert haben.

Wer qualifiziert sich für Olympia?

Der neue Europameister qualifiziert sich automatisch für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Sollte Weltmeister Frankreich triumphieren, ist auch der Finalist dabei. Außerdem werden noch zwei Plätze für Qualifikationsturniere vergeben, die zwischen 7. und 10. April stattfinden.

Für eines dieser Turniere ist Deutschland als Siebter der vergangenen WM bereits qualifiziert.

Wie sehen die einzelnen Gruppen aus?

Gruppe A: Frankreich, Polen, Mazedonien, Serbien

Gruppe B: Kroatien, Island, Weißrussland, Norwegen

Gruppe C: Deutschland, Spanien, Schweden, Slowenien

Gruppe D: Dänemark, Ungarn, Russland, Montenegro

Wer sind die Favoriten?

Welt- und Europameister, dazu Olympiasieger: Frankreich ist auch diesmal wieder der Topfavorit auf den Titel. Allerdings kämpfen die Franzosen mit einigen Ausfällen, weshalb die Konkurrenz keineswegs chancenlos ist.

Vor allem Polen mit dem deutschen Trainer Michael Biegler könnte den Franzosen vor heimischer Kulisse einen Strich durch die Rechnung machen. In Polen verfügt Biegler über zahlreiche Elite-Handballer wie Torhüter Slawomir Szmal.

Gute Medaillenchancen haben auch die extrem spielstarken Dänen, die allerdings auf Abwehrchef Rene Toft Hansen verzichten müssen. Auch Kroatien mit Welthandballer Domagoj Duvnjak und den deutschen Gruppengegner Spanien muss man auf der Rechnung haben.

Welche Chancen hat die deutsche Mannschaft?

Das DHB-Team hatte viel Lospech. Die Gruppe C ist mit Spanien, Schweden und Slowenien eine echte Todesgruppe. Allerdings reicht dem deutschen Team ein dritter Platz, um die Hauptrunde zu erreichen.

"Unsere Gruppe ist sehr schwer, jedes Spiel wird eine Herausforderung", sagt Bundestrainer Dagur Sigurdsson, der auf wichtige Spieler wie Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki, Patrick Wiencek und Paul Drux verzichten muss.

Große Bedeutung wird bereits dem ersten Gruppenspiel gegen Spanien am Samstag (ab 18 Uhr im LIVETICKER) zukommen. Sollte Deutschland mit einem Sieg starten, könnte die Mannschaft in den folgenden beiden Spielen befreit aufspielen und womöglich sogar in den Medaillenkampf eingreifen.

Wer steht im deutschen Kader?

Bundestrainer Dagur Sigurdsson reist mit einem 16er-Kader zur EM. Allerdings hat der Bundestrainer im Laufe der EM die Möglichkeit, drei Spieler auszutauschen und aus seinem ursprünglichen 28er-Kader nachzunominieren.

Der Kader der deutschen Handballer:

Tor: Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)

Linksaußen: Rune Dahmke (THW Kiel)

Rückraum links: Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Christian Dissinger (THW Kiel), Finn Lemke (SC Magdeburg)

Rückraum Mitte: Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke), Simon Ernst (VfL Gummersbach)

Rückraum rechts: Steffen Weinhold (THW Kiel), Fabian Wiede (Füchse Berlin)

Rechtsaußen: Johannes Sellin (MT Melsungen), Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/Polen)

Kreis: Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf).

Reserve: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Dario Quenstedt (SC Magdeburg), Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen), Julius Kühn (VfL Gummersbach), Paul Drux (Füchse Berlin), Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf), Michael Müller (MT Melsungen), Evgeni Pevnov (VfL Gummersbach), Manuel Späth (Frisch Auf Göppingen)

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