Video

Magdeburg - "Ich hatte es nicht für möglich gehalten": Michael Biegler erklärt im SPORT1-Interview nach dem Achtelfinal-Aus seiner DHB-Frauen, was schiefgelaufen ist.

Die Enttäuschung nach dem WM-Aus der DHB-Frauen hätte nicht größer sein können. Spielerinnen und Bundestrainer Michael Biegler äußerten sich ebenso konsterniert wie ernüchtert.

Video

Für Biegler, der sich schützend vor die Mannschaft stellte und die Schuld auf sich nahm, war das verlorene Achtelfinale gegen Dänemark die letzte Aufgabe in seiner Bundestrainer-Laufbahn. Er trainiert ab dem 1. Januar den Männer-Bundesligisten SC DHfK Leipzig.

Video

Zuvor sprach er bei SPORT1 jedoch über die verpasste Medaillen-Chance, seine Fehler, Wünsche und Hoffnungen. Dem DHB gibt er eine Teilschuld für das Ausscheiden.

SPORT1: Herr Biegler, was haben Sie den Spielerinnen nach dem Aus mitgeteilt?

Biegler: Was ich da im Raum gesagt habe, ist nichts für die Öffentlichkeit. Ich konnte mich nach den Ansprachen von DHB-Präsident Andreas Michelmann, Sportvorstand Axel Kromer und dem ehemaligen Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld darauf fokussieren, was ich den Spielerinnen persönlich mit auf den Weg geben wollte. Das habe ich getan. Alles hatte einen guten Rahmen.

SPORT1: Wie war die Stimmung?

Biegler: Was denken Sie? Wenn sie sehr viel Energien bereitgestellt, sich immer wieder gepusht haben und das sportliche Resultat das Ausscheiden im Achtelfinale ist, kann es keine gute Stimmung geben.

SPORT1: Wie lautet Ihr Fazit?

Biegler: Das steht noch aus. Wir wollen und werden diese 20 Monate nicht einfach über den Jordan gehen lassen. Die Analyse braucht aber noch ein bisschen länger, da muss die Emotionalität raus. Eine genaue Analyse werden wir dem DHB liefern, damit die gemeinsame Zeit mit allen Erkenntnissen dazu beiträgt, die nächsten Schritte in vernünftiger Form vorzunehmen.

SPORT1: Und für Sie persönlich?

Biegler: Ich kann immer nur betonen, dass ich sehr dankbar bin, diese 20 Monate gemeinsam bestritten zu haben. Ich habe positive Erfahrungen gesammelt, die ich mir vorher nicht hätte träumen lassen. Durch diesen Bereich bin ich als Handball-Coach kompletter geworden. Danke an alle Beteiligten, die jeden Tag sehr viel Herzblut und Energie zur Verfügung gestellt haben. Ich glaube, alle haben versucht, die Zeit so intensiv wie möglich zu nutzen. Vielleicht war der Zeitraum am Ende aber zu kurz.

SPORT1: Wie sehen Sie den Frauen-Handball aufgestellt?

Biegler: Ich habe in den Pressekonferenzen häufig meine Unzufriedenheit darüber geäußert, dass es strukturell zu sehr gehakt hat, dass viele Dinge zu viel Zeit gekostet haben und wir nicht so weit gekommen sind, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass das sportliche Abschneiden noch dahinter tritt. Dennoch glaube ich, dass für vieles der Fundus da ist, um sich dem strukturellen Bereich zu widmen. Für mich muss der Anspruch des DHB - immerhin der größte Handballverband der Welt - sein, für beide Geschlechter da zu sein und beides gleichwertig zu fördern. Das wird jetzt ja auch gelebt.

SPORT1: Was wünschen Sie der Mannschaft für die Zukunft?

Biegler: In erster Linie bessere Resultate, sodass sie sich für ihre Arbeit belohnen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel