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Jakob Vestergaard ist Trainer der DHB-Frauen
Jakob Vestergaard ist Bundestrainer der Handball-Frauen © imago

Der neue Bundestrainer Jakob Vestergaard hat den mit Spannung erwarteten Umbruch in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft offenbar verschoben und stattdessen die 34-jährige Nina Wörz reaktiviert.

Einzige Debütantin in Vestergaards vorläufig 20-köpfigem Kader für den am 16. März beginnenden Lehrgang und das anschließende Turnier um die Karpaten-Trophy in Rumänien ist Rückraumspielerin Jessica Oldenburg vom Buxtehuder SV.

Im Aufgebot, das Vestergaard nach dem Lehrgang auf 16 Namen reduzieren muss, steht unter anderem auch die bei der EM-Pleite im Dezember 2014 scharf kritisierte Kreisläuferin Anja Althaus (32).

Die 20 Jahre alte Rückraumspielerin Xenia Smits gehört dagegen lediglich zur Reserve, ebenso wie Linksaußen Natalie Augsburg (31) und Mittelspielerin Anna Loerper (30).

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Nina Wörz (r.) kehrt ins Aufgebot der Nationalmannschaft zurück © Getty Images

Nicht mehr dabei ist Rückraumspielerin Laura Steinbach.

"Wir haben ein starkes Aufgebot mit großen und athletischen Spielerinnen, die gut in Abwehr und Angriff sind", sagte Vestergaard: "Ich bevorzuge einen schnellen Handball - möglichst ohne Abwehr-Angriff-Wechsel. Wir müssen zunächst wieder eine starke Abwehr formen. Das hat Priorität und ist wichtig für die Zukunft."

Nina Wörz, vor vier Jahren von Vestergaards Vorgänger Heine Jensen aussortiert, spielte bislang 192-mal für Deutschland.

In der Bundesliga stand sie beim VfL Oldenburg (1997-2000) und dem HC Leipzig (2000-2006) unter Vertrag, ehe sie im Sommer 2006 als eine der ersten deutschen Spielerinnen nach Dänemark wechselte.

Mittlerweile spielt sie ihr erste Saison für den ungarischen Klub Siofok KC.

"Ich hatte ein gutes Gespräch mit Nina", sagt Vestergaard: "Ihren Weg habe ich seit Jahren verfolgt. Sie kann unserer Mannschaft vielleicht etwas geben, das seit Jahren gefehlt hat. Ich bin glücklich, dass sie die Einladung angenommen hat. Ich suche nach den besten deutschen Spielerinnen und glaube, dass Nina dazugehören kann."

Bei der Karpaten-Trophy trifft Deutschland am 20. März auf den EM-Dritten Schweden (17.00 Uhr MEZ) und tags darauf auf Gastgeber Rumänien oder Weltmeister Brasilien (17.00 oder 19.00 Uhr MEZ).

Am zweiten und dritten Juni-Wochenende stehen dann die WM-Play-offs gegen Russland auf dem Programm.

"Wir sind bereits jetzt total fokussiert auf die WM-Playoffs", sagte Vestergaard: "Deshalb haben wir auch noch keine Gelegenheit für große Experimente, aber wir müssen auch nicht alles ändern. Wir werden unser Spielkonzept entwickeln und einige Spielerinnen in neue Rollen bringen."

Das vorläufige Aufgebot des Deutschen Handballbundes (DHB) für den Lehrgang in Aschersleben und die anschließende Karpaten-Trophy in Rumänien:

Tor: Jana Krause (Thüringer HC), Katja Schülke (HC Leipzig) Clara Woltering (Buducnost Podgorica/Montenegro)

Linksaußen: Lone Fischer (Buxtehuder SV), Angie Geschke (VfL Oldenburg)

Rückraum links: Saskia Lang (HC Leipzig), Shenia Minevskaja (TuS Metzingen), Nadja Nadgornaja (Thüringer HC), Jessica Oldenburg (Buxtehuder SV)

Rückraum Mitte: Kim Naidzinavicius (Bayer Leverkusen), Nina Wörz (Siofok KC/Ungarn), Kerstin Wohlbold (Thüringer HC)

Rückraum rechts: Anne Hubinger (HC Leipzig), Isabell Klein (Buxtehuder SV), Susann Müller (Györi ETO/Ungarn)

Rechtsaußen: Svenja Huber (Thüringer HC), Marlene Zapf (TuS Metzingen)

Kreis: Anja Althaus (Vardar Skopje/Mazedonien), Anne Müller (HC Leipzig), Lusia Schulze (HC Leipzig)

Reserve: Ann-Cathrin Giegerich (SG BBM Bietigheim/Tor), Natalie Augsburg (Füchse Berlin/Linksaußen), Xenia Smits (HSG Blomberg-Lippe/Rückraum links), Anna Loerper (TuS Metzingen/Rückraum Mitte), Alexandra Mazzucco (HC Leipzig/Rechtsaußen)

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