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HANDBALL-WORLD-WOMEN-HUN-GER
Susann Müller und das deutsche Team müssen Russland im Rückspiel bezwingen © Getty Images

Der deutschen Frauen-Nationalmannschaft droht vor dem Playoff-Rückspiel um die Handball-WM gegen Russland ein sportliches Fiasko.

Durch die Pleite im Hinspiel (20:22) wird die Qualifikation für die WM und Olympia zur Zitterpartie.

"Ich bin mir sehr sicher, dass wir eine andere deutsche Mannschaft erleben werden", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor dem Rückspiel am Samstag (JETZT LIVE im TV auf SPORT1) in Astrachan: "Die Qualifikation für die WM in Dänemark ist wesentlich mit Blick auf die WM 2017 im eigenen Land."

Auch der ehemalige deutsche Nationalsspieler Daniel Stephan warnte bei SPORT1 vor den Folgen einer verpassten WM-Qualifikation: "Das wäre natürlich ein riesiger Rückschritt. Vestergaard, der neue Trainer, ist ja mit den Ambitionen angetreten, noch erfolgreicher zu sein."

Am Kaspischen Meer steht nicht nur die Qualifikation für die WM-Endrunde in Dänemark (5. bis 20. Dezember 2015) auf dem Spiel, es geht auch um die mittelfristige Zukunft des deutschen Frauenhandballs.

Sollte Bundestrainer Jakob Vestergaard mit seinem Team scheitern, finden die Olympischen Spiele im nächsten Sommer in Rio erneut ohne das deutsche Frauen-Team statt.

"In Astrachan brauchen wir das perfekte Match, um noch bei der WM in Dänemark dabei zu sein", sagte Vestergaard und beschwor den Kampfgeist seines Teams. Die ernüchternde Hinspiel-Niederlage "sollte für alle die größte Motivation sein".

Mit einem möglichen Scheitern beschäftigt sich der 40-Jährige, der im März die Nachfolge seines Landsmannes Heine Jensen angetreten hatte, nicht: "Ich liebe diese Spiele und mag es, Druck zu spüren."

Und eigentlich ist der Druck ja gar nicht ganz so groß - denn selbst, wenn das Spiel am Samstag verloren wird, darf sich die DHB-Auswahl Hoffnungen machen, durch ein umstrittenes Hintertürchen doch noch zur WM zu kommen.

Wie die deutschen Männer bei der WM zu Jahresbeginn in Katar könnten auch die Frauen von einer Wildcard-Regelung profitieren: Die Internationale Handball-Föderation (IHF) vergibt für die WM-Endrunde in Dänemark zwei Startplätze ohne sportliche Kriterien.

"Damit beschäftigen wir uns momentan nicht", sagte DHB-Generalsekretär und Interimspräsident Mark Schober: "Wenn wir uns sportlich nicht qualifizieren sollten, haben wir in keinster Weise irgendeinen Anspruch auf die WM-Teilnahme. Deswegen stellt sich diese Frage nicht."

SPORT1 zeigt das Spiel ab 16 Uhr LIVE im TV und berichtet auf SPORT1.de und in der SPORT1 App.

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