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Den deutschen Frauen bleibt beim ersten Spiel der WM nur das Nachsehen © Getty Images

Die deutsche Nationalmannschaft kassiert gegen Frankreich eine empfindliche Niederlage. Daran kann auch eine äußerst treffsichere Susann Müller nichts ändern.

Planlos, ratlos, ideenlos: Mit einer niederschmetternden 20:30 (7:16)-Niederlage gegen Frankreich sind die deutschen Handballerinnen in die WM in Dänemark gestartet.

Vor 2000 überwiegend deutschen Zuschauern in Kolding war das Team von Bundestrainer Jakob Vestergaard in allen Belangen unterlegen und dürfte in der Form Schwierigkeiten haben, die Gruppenphase zu überstehen.

"Wir müssen viel mehr zeigen und das in allen Bereichen", sagte Vestergaard: "Wir dachten, wir hätten heute eine Chance, doch mit dieser Leistung hatten wir die überhaupt nicht."

Susann Müller, mit neun Toren beste Werferin der deutschen Mannschaft, wollte die Pleite möglichst schnell abhaken. "Das erste Spiel ist immer schwer, aber dass es so endet ist schon bitter. Wir sollten uns aber nicht zu lange daran aufhalten", sagte die Linkshänderin von der SG BBM Bietigheim.

Gegen Argentinien unter Zugzwang

Im nächsten Spiel der Gruppe C trifft Deutschland am Montag (20.30 Uhr LIVESCORES) erneut in Kolding auf Argentinien, einen Gegner, den die Mannschaft normalerweise im Griff haben sollte.

Angesichts der Leistung gegen Frankreich dürfte jedoch auch diese Partie kein Selbstläufer werden. "Wenn wir so wie in der ersten Halbzeit spielen, ist es auch gegen Argentinien nicht einfach", sagte Vestergaard.

Deutschland muss in der Sechsergruppe mindestens Vierter werden, um das Achtelfinale zu erreichen, die weiteren Gegner sind Weltmeister Brasilien, die Demokratische Republik Kongo und der zweimalige Olympiasieger Südkorea.

In der Offensive fehlen Ideen

Vor allem im Angriff präsentierte sich die deutsche Mannschaft gegen Frankreich erschreckend ideenlos, es waren keine flüssigen und durchdachten Spielzüge zu erkennen.

Endlos und viel zu langsam wurde der Ball im Rückraum hin- und hergeschoben, bis sich immer mal wieder Susann Müller ein Herz fasste und die Kugel ins Tor beförderte. Zuspiele an den Kreis gab es kaum, die beiden Kreisläuferinnen Luisa Schulze und Julia Behnke standen ebenso auf verlorenem Posten wie die Außen Alexandra Mazzucco, Franziska Müller und die quirlige Lone Fischer, die aber immerhin mit vier Toren zweitbeste deutsche Werferin war.

Müller und Kramarczyk überzeugen

Normalform erreichten nur wenige deutsche Spielerinnen.

Neben Susann Müller, die sich während der gesamten Spielzeit einer konsequent aggressiven Manndeckung erwehren musste, war vor allem auf Torhüterin Katja Kramarczyk Verlass. Die Leipzigerin hielt hinter einer Abwehr, die zu selten auf den Wurfarm des Gegners ging und mit zunehmender Spieldauer immer mehr auseinanderfiel, was zu halten war - und noch ein bisschen mehr. Kaum nachvollziehbar die Entscheidung von Vestergaard, sie kurz vor der Pause durch Clara Woltering zu ersetzen.

Woltering begann auch in der zweiten Hälfte, musste aber wenige Minuten später nach einem Kopftreffer auf die Bank und kehrte nicht mehr ins Spiel zurück.

Ein kurzes Hoch der deutschen Mannschaft mit drei Treffern in Folge zum 10:16 ließ ganz kurz Hoffnung aufkommen, doch dann drehte Frankreich scheinbar mühelos wieder auf und brachte die Partie locker mit zehn Toren Vorsprung über die Zeit.

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