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Die deutschen Handballerinnen qualifizieren sich für die Europameisterschaft. Das Team des neuen Trainers Michael Biegler setzt sich in der Schweiz durch.

Beim Amtsantritt des tiefenentspannten neuen Bundestrainers Michael Biegler haben die deutschen Handballerinnen mit Schützenhilfe aus Frankreich ihr EM-Ticket gebucht.

In St. Gallen gewann das Team des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen Gastgeber Schweiz mit 25:23 (14:14), nur Stunden später war die Teilnahme an der EM-Endrunde im Dezember in Schweden durch den 30:16 (15:7)-Sieg der bereits qualifizierten Französinnen in Island perfekt.

"Spiel hatte Struktur"

Michael Biegler war nach seinem mit Spannung erwarteten Debüt die Ruhe selbst. "Das Spiel hatte Struktur, wir haben gewonnen, alles ist gut", sagte der Trainerfuchs, der angetreten ist, die DHB-Auswahl im Hinblick auf die WM 2017 im eigenen Land auf Kurs zu bringen.

Ein paar Dinge gilt es dafür noch zu verbessern: "Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhütern, die Chancenverwertung, das Überzahlspiel", sagte Biegler, der aber absolut unaufgeregt ist: "Die Mannschaft ist total fokussiert und arbeitet sehr hart, ich bin sehr zufrieden." Am Sonntag geht es in Stuttgart gegen Island.

Bieglers Schwerpunkte

Im teilweise neuformierten deutschen Team war tatsächlich noch einiges an Sand im Getriebe, es war allerdings auch deutlich zu erkennen, wo Bieglers Schwerpunkte liegen.

Aus einer kompakten und aggressiven Deckung heraus ergaben sich ein ums andere Mal Gelegenheiten zu Gegenstößen, die vor allem die schnelle Rechtsaußen Svenja Huber zu Toren nutzte.

Schlechte Chancenverwertung

Insgesamt ließ die Chancenverwertung aber zu wünschen übrig, DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld fasste diese in einem Wort zusammen: "Katastrophal."

Toptorschützin Svenja Huber (8 Treffer) ist ebenso wie Kerstin Wohlbold nach einer längeren Pause in die Nationalmannschaft zurückgekehrt, Bieglers glückloser Vorgänger Jakob Vestergaard hatte auf die beiden Spielerinnen vom deutschen Meister Thüringer HC wegen interner Querelen verzichtet.

Vor allem Spielgestalterin Wohlbold erwies sich als erhebliche Verstärkung, ihre Übersicht und ihre Stärke im Spiel eins gegen eins ergaben etliche Torchancen.

"Arg aufgeregt"

Ein gelungenes Debüt feierte Jenny Karolius, die Kreisläuferin von Bayer Leverkusen überzeugte vor allem in der Abwehr, obwohl sie anschließend zugab, "doch arg aufgeregt" gewesen zu sein.

Schwächen zeigte Deutschland im Überzahlspiel, das kaum zu Treffern genutzt wurde. Zudem hatte der Angriff mit der offensiven Deckung der Schweiz Probleme, und die beiden Torhüterinnen Katja Kramarczyk und Clara Woltering erreichten kaum ihr übliches Leistungsniveau.

"Werden Erfolg haben"

"Die Abwehr muss die Torhüterin besser schützen", sagt Biegler, "auch daran werden wir arbeiten, und wir werden Erfolg haben."

So einfach kann Handball sein.

Das Spiel im Stenogramm:

Schweiz - Deutschland 23:25 (14:14)
Tore für Deutschland: Svenja Huber (Thüringer HC/8), Kerstin Wohlbold (Thüringer HC/5), Anne Hubinger (HC Leipzig/4), Xenia Smits (Metz HB/2), Shenia Minevskaja (HC Leipzig/2), Jenny Karolius (Bayer Leverkusen/1), Maria Kiedrowski (SVG Celle/1), Kim Naidzinavicius (Bayer Leverkusen/1), Luisa Schulze (HC Leipzig/)

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