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Dagur Sigurdsson spielte 215 Mal für die isländische Nationalmannschaft
Dagur Sigurdsson spielte 215 Mal für die isländische Nationalmannschaft

DHB-Trainer Dagur Sigurdsson schickt im Länderspiel-Doppelpack die Jugend auf die Platte. Siege sind dennoch gefordert.

Nervosität vor seiner Premiere? Dagur Sigurdsson hält kurz inne und schmunzelt.

"Nervosität ist das falsche Wort, aber eine gewisse Anspannung spüre ich schon. Es kribbelt", sagt der neue Bundestrainer vor seiner Feuertaufe gegen die Schweiz.

Von seinem Debüt auf der deutschen Trainerbank hat der Nachfolger von Martin Heuberger klare Vorstellungen, fordert von seinem neu formierten Team zwei Siege.

"Die beste Methode, ein Team zu formen, ist Spiele zu gewinnen. Dann scheint die Sonne", sagte Sigurdsson.

Sigurdsson setzt auf die Jugend

Er wolle die beiden Partien gegen die Eidgenossen am Wochenende nutzen, "um Siege zu sammeln, und nicht um Spielzeit zu verteilen".

Beim offiziellen Start in die WM-Vorbereitung bricht im deutschen Handball eine neue Zeitrechnung an: Als erster DHB-Coach verzichtet Sigurdsson auf sämtliche Weltmeister von 2007 - dafür berief der 41-Jährige für die Tests am Samstag in Göppingen und am Sonntag in Ulm (17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) vier Neulinge.

Statt den alternden Stars der Szene wie Holger Glandorf (Rücktritt), Dominik Klein und Michael Kraus (beide nicht berücksichtigt) werden erstmals talentierte Nachwuchskräfte wie Paul Drux (19/Füchse Berlin), Erik Schmidt (21/TSG Friesenheim) und Julius Kühn (21/VfL Gummersbach) für das A-Team auflaufen.

Umbruch im vollen Gange

"Es geht nicht darum, mit einer solchen Nominierung irgendwelche Statements abzugeben", sagte Sigurdsson: "Ich hole die Leute, die die Besten sind."

Das könne beim nächsten Mal schon wieder ganz anders aussehen. Knapp vier Monate vor der WM in Katar ist der Umbruch im deutschen Team im vollen Gange.

Sigurdsson, der am 12. August die Nachfolge des glücklosen Heuberger angetreten hatte, soll die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nach den großen Enttäuschungen der vergangenen Jahre (verpasste Qualifikation für WM, EM und Olympia) wieder auf Kurs bringen.

Ziel: Zurück in die Weltspitze

Erklärtes Ziel ist Olympia-Gold 2020, doch schon beim Turnier in Katar soll mindestens das Viertelfinale herausspringen.

"Dagur agiert sehr strukturiert", lobt Team-Manager Oliver Roggisch: "Am Dienstagabend hat er der Mannschaft beispielsweise anhand einer Präsentation seine Spielphilosophie vorgestellt."

Seit Anfang der Woche trainiert das Team um Keeper Silvio Heinevetter in Heilbronn zusammen, feilt vor allem an der Defensive.

Spieler angetan vom neuen Trainer

Die Arbeit mit Sigurdsson kommt bei den Spielern gut an. "Dagur hat gute Ideen. Es hat alles Hand und Fuß, was er macht", sagte Rückraumspieler Michael Müller.

Wer Sigurdsson auf dem beschwerlichen Weg zurück in die Weltspitze als Co-Trainer unterstützen wird, ist noch nicht geklärt.

"Ich gehe davon aus, dass ein Deutscher mein Assistent wird", sagte Sigurdsson der "Stuttgarter Zeitung": "Ich bin ein große Fan davon, junge Leute zu holen, die offen sind für einen neuen Geist." Er wolle lieber "der langweilige Alte sein und einen Jungen an der Seite haben, der mich pusht".

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