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Paul Drux (l.) ist mit 19 Jahren jüngster Spieler im DHB-Team. ZUM DURCHKLICKEN: Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot
Paul Drux (l.) ist mit 19 Jahren jüngster Spieler im DHB-Team. ZUM DURCHKLICKEN: Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot © Imago

Stuttgart - Deutschland präsentiert sich auch im zweiten Test gegen Tschechien in WM-Form. Ein Youngster setzt Akzente, Kraus tankt Selbstvertrauen.

Katar kann kommen. Die deutsche Nationalmannschaft hat auch das abschließende Testspiel vor der Weltmeisterschaft dank einer starken Vorstellung deutlich gewonnen und weiteres Selbstvertrauen getankt.

Bei der Generalprobe in Mannheim entschied die Auswahl des DHB den zweiten Vergleich mit WM-Teilnehmer Tschechien mit 27:22 (11:10) für sich.

Am Freitag hatte man das Team um Kiels Filip Jicha in Stuttgart bereits klar mit 32:24 (14:16) bezwungen. Und auch im zweiten Vergleich war wenig Sand im Getriebe zu erkennen kurz vor der WM im Wüstenstaat.

Damit ging die deutsche Auswahl in drei von vier WM-Testspielen als Sieger vom Feld, auf Island hatte es einen deutlichen Sieg und eine knappe Niederlage gegeben.

Aggressive 5:1-Deckung

Bester deutscher Werfer vor 9155 begeisterten Zuschauern in der SAP-Arena war Lokalmatador Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen mit sechs Toren bei zwei verwandelten Siebenmetern.

Für Tschechien traf Pavel Horak (6) am häufigsten, Superstar Jicha (1) machte kaum einen Stich.

Wie schon am Vortag zeigte sich das deutsche Team um den mittlerweile gewohnten Rückraum mit Martin Strobel auf der Mitte sowie Paul Drux und Steffen Weinhold auf den Halbpositionen von Beginn an engagiert und konzentriert.

Beim 7:5 nach einer Viertelstunde setzte man sich auch dank der Paraden von Carsten Lichtlein, der hinter der aggressiven 5:1-Deckung mit Stefan Kneer auf der Spitze das Tor hütete, erstmals auf zwei Tore ab.

Drux glänzt wieder

Abermals glänzte dabei in der Offensive vor allem Berlins Youngster Drux mit guten Entscheidungen und starker Wurfquote.

Und auch der zweite Anzug in der Rückraumreihe präsentierte sich ansprechend: Fabian Böhm (3 Treffer) sprang für Drux in die Bresche, Weinholds Backup Michael Müller tankte sich zum 10:6 (25.) durch.

Bis zur Pause kamen die Tschechen dann aber auch aufgrund von Sigurdssons Personalwechseln wieder auf einen Treffer heran. Kapitän Uwe Gensheimer wurde komplett geschont und saß 60 Minuten auf der Bank, sein Ersatz Matthias Musche (1 Tor) zeigte einige mutige Aktionen und eine ordentliche Leistung.

Nach dem Seitenwechsel brachte dann wieder die erste Garnitur den Gastgeber in die Erfolgsspur. Die Deckung steigerte sich, Groetzki sorgte mit einem Doppelschlag per Gegenstoß für eine erneute Drei-Tore-Führung und etwas Beruhigung.

Der Bundestrainer experimentiert

Sigurdsson experimentierte weiter, brachte unter anderem auf der rechten Seite Jens Schöngarth und den gut aufgelegten Johannes Sellin (5/1) - was dem Spiel keinen Abbruch tat: Die beiden erhöhten gleich mit einer feinen Co-Produktion auf 17:13 (40.).

Silvio Heinevetter kam für den abermals überzeugenden Lichtlein und fügte sich gut ein, beim 20:14 eine Viertelstunde vor Schluss deutete sich der nächste klare Sieg an.

Auch Michael Kraus sammelte noch Spielanteile und mit einem Treffer etwas Selbstvertrauen, am Ende gab es am verdienten Sieger keinen Zweifel.

Auftakt gegen Polen

Das Team fliegt am Dienstag nach zwei freien Tagen von Frankfurt aus nach Doha, wahrscheinlich mit genau jenen 18 Spielern, die auch die letzten Tests bestritten.

Die WM startet nächsten Donnerstag mit dem Eröffnungsspiel von Gastgeber Katar gegen Brasilien, dann muss auch Sigurdsson seinen 16er-Kader für das Auftaktspiel benennen. Das deutsche Team greift tags darauf gegen Polen erstmals ins Geschehen ein.

Die weiteren Gegner in Gruppe D sind Russland, Dänemark, Argentinien und Saudi-Arabien. Vier Teams erreichen das Achtelfinale, in dem es theoretisch wieder gegen die Tschechen gehen könnte.

Deutschland - Tschechien 27:22 (11:10)

Tore für Deutschland: Groetzki (6), Sellin (5), Drux (3), Böhm (3), Schöngarth (2), Strobel (2), Weinhold (1), Wiencek (1), Kneer(1), Müller (1), Musche (1), Kraus (1)
Bester Werfer für Tschechien: Horak (6)
Zuschauer: 9155

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