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DHB Media Day-Dagur Sigurdsson-Oliver Roggisch
Trainer Dagur Sigurdsson (r.) und Oliver Roggisch ziehen die Fäden im deutschen Team © Getty

Der DHB tut sich schwer mit Zielsetzungen vor der WM. Das Team muss nun aber die Diskussion um die Wildcard hinter sich lassen.

Der Titel? Undenkbar. Eine Medaille? In weiter Ferne. Platz sieben und damit die Teilnahme an einem der Qualifikationsturniere für Olympia 2016 in Rio de Janeiro? Fast schon das Optimum.

Reichlich demütig und etwas verklausuliert formulierte Präsident Bernhard Bauer am Rande der Generalprobe die Ziele des Deutschen Handball-Bundes für die anstehende Weltmeisterschaft in Katar.

Er wünsche sich, dass die Mannschaft mit der Art und Weise zu spielen, beweise, dass die Kluft zur Weltspitze kleiner geworden ist.

Die Spieler erklärten fast unisono, man wolle von Spiel zu Spiel schauen und erst einmal die Gruppenphase überstehen.

Einzig Vizepräsident Bob Hanning lehnte sich etwas weiter aus dem Fenster, indem er erklärte, das Achtelfinale sei Pflicht und das Viertelfinale das Wunschziel. Vorerst.

Irgendwie haben sie alle Recht. Die Ausgangslage für diese WM ist kompliziert. Der Trip in die Wüste wird zum Drahtseilakt.

Einerseits hat man es nach der verpassten sportlichen Qualifikation nicht einmal verdient, dabei zu sein. Andererseits muss das deutsche Team die Diskussion um die Wildcard nun hinter sich lassen und bei aller gebotenen Bescheidenheit die Chance beim Schopfe packen.

Die Mannschaft hat das Potenzial, um unter die besten Acht der Welt zu kommen und damit das Tor nach Rio aufzustoßen. Vielleicht sogar für mehr.

Dazu muss sie aber mit dem nötigen Selbstbewusstsein auftreten und darf sich nicht künstlich klein machen.

Natürlich tut man nach der Vorgeschichte gut daran, sich mit allzu lauten Ansagen zurückzuhalten. Entscheidend für das Gelingen oder Scheitern der WM-Mission ist neben der Leistung und natürlich den Ergebnissen auch das Auftreten.

Es hilft aber niemandem, wenn die deutsche Mannschaft nun vor lauter Bescheidenheit dem Gegner die Punkte überlässt.

Auch den zu Deutschlands Gunsten ausgebooteten Australiern nicht.

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