Doha - Nach dem Sieg gegen Polen strotzen die deutschen Handballer vor Tatendrang. Unterstützung gibt es von Manuel Neuer & Co. Doch der nächste harte Brocken wartet.

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Die Weltmeister standen auf der Tribüne und applaudierten.

Vor den Augen der Fußball-Nationalspieler Mario Götze, Manuel Neuer und Thomas Müller, die gemeinsam mit einigen ihrer Klubkollegen vom FC Bayern in die pompöse Lusail Multipurpose Hall in Doha gekommen waren, haben die deutschen Handballer einen perfekten Start in die WM hingelegt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Herzlichen Glückwunsch! Das war schon klasse", sagte Müller. Und der sichtlich begeisterte Neuer ergänzte: "Das war ein Auftakt nach Maß. Hoffentlich machen die Jungs so weiter."

Gelungene Revanche für Playoff-Pleite

Mit dem 29:26 (17:13) gegen den Erzrivalen und Geheimfavoriten Polen glückte dem DHB-Team am Freitagabend nicht nur die Revanche für die verlorenen Relegationsspiele im Juni.

Der über weite Strecken überzeugende Auftritt des Weltmeisters von 2007 war auch gleich ein klares Zeichen an die Konkurrenz: Mit den nach ihrem Playoff-Aus vom Weltverband mit einer Wildcard ausgestatteten Deutschen ist in Katar zu rechnen.

Sieg des Willens

"Die Jungs waren heiß vom ersten Training an. Und das ist jetzt die Belohnung dafür. Wir haben gut zusammengehalten, auch in schwierigen Phasen. Das war eine tolle Sache", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei SPORT1 über den durch große Moral erzwungenen Sieg seiner jungen Truppe.

Trotz eines Vier-Tore-Vorsprungs zur Pause hatten seine Schützlinge die zähen Polen lange Zeit nicht abschütteln können, stattdessen in der 42. Minute sogar den 20:20-Ausgleich kassiert.

Erst in der Schlussphase gelang es dem deutschen Team um den mit neun Toren erfolgreichsten Schützen und an diesem Abend alles überragenden Steffen Weinhold, sich entscheidend abzusetzen.

Lichtlein gibt der Defensive Halt

"In der zweiten Halbzeit haben wir es noch mal spannend gemacht", gestand der erleichterte Kapitän Uwe Gensheimer nach einer Partie mit vielen Höhen und Tiefen.

Die Deutschen präsentierten sich vorne überaus effizient, agierten in der Abwehr mitunter aber fahrig. "Die einfachen Gegentore tun uns sehr weh. Das haben wir Anfang der zweiten Halbzeit gemerkt, als wir das eine oder andere Mal von den Polen erwischt wurden, weil wir keine Ordnung im Rückzug hatten und es ihnen zu leicht gemacht haben", sagte Gensheimer im Interview bei SPORT1.

Erst nach rund 20 Minuten - und mit der Hereinnahme von Torhüter Carsten Lichtlein für den glücklosen Silvio Heinevetter - gewann die deutsche Defensive an Stabilität.

Dafür schwächelte in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel plötzlich die Offensive - nicht zuletzt wegen des zur Pause eingewechselten und stark aufgelegten polnischen Schlussmanns Piotr Wyszomirski.

Auch Mario Götze freut sich mit dem DHB-Team:

Bundestrainer feiert nur kurz

"Es gab schwierige Phasen, aber das ist normal gegen eine Mannschaft wie Polen", sagte der Bundestrainer hinterher bei SPORT1: "Der Sieg ist mehr als wir erwartet haben."

Vor allem ist er die Grundlage für den Kampf ums Achtelfinale, das nach den Auftaktspielen schon jetzt greifbar nahe ist.

"Jetzt bin ich schon wieder im Tunnel", sagte Sigurdsson auf dem Weg in die Katakomben und richtete den Blick umgehend auf das nächste Gruppenspiel am Sonntag gegen Russland (ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Schwung mitnehmen

Dort gilt es, den starken ersten Eindruck, den das DHB-Team hinterlassen haben, zu bestätigen.

"Jetzt ist die Nervosität weg und jeder im Turnier drin. Das Spiel gegen die Russen wird jetzt ein ganz, ganz wichtiges für uns", sagte Weinhold bei SPORT1 und gab für die Partie gegen den zweimaligen Champion und WM-Siebten von 2013 eine klare Devise aus: "Es ist ganz wichtig, dass wir da eine super Leistung abliefern."

Dann aber ohne die Unterstützung der Fußball-Weltmeister. Denn Götze, Neuer, Müller und Co. haben den Wüstenstaat nach absolviertem Trainingslager mittlerweile verlassen - als Fans des DHB-Teams.

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