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Das DHB-Team feiert in Finnland am vorletzten Spieltag der EM-Quali einen lockeren Sieg. Österreichs Niederlage gegen Spanien macht die vorzeitige Qualifikation perfekt.

Erst erfüllten sie ihre Pflicht auf dem Feld, dann feierten Uwe Gensheimer und Co. ihre Rückkehr auf die große europäische Handballbühne mit einer spontanen Bierparty im Hotel.

Durch einen 34:20 (16:8)-Kantersieg in Finnland und die anschließende Schützenhilfe Spaniens haben sich die deutschen Handballer vorzeitig für die Europameisterschaft 2016 in Polen qualifiziert.

Das hat eine große Bedeutung für den deutschen Handball. Wir sind sehr stolz darauf", sagte Kapitän Gensheimer in Vantaa. Und auch DHB-Vizepräsident Bob Hanning jubelte: "Wir haben eine tolle Qualifikation gespielt und sind sehr glücklich. Das zeugt davon, dass wir wieder in der Weltspitze angekommen sind."

Beste deutscher Werfer vor rund 1200 Zuschauern in der Energia Areena waren Kapitän Uwe Gensheimer (6 Treffer) und Kreisläufer Patrick Wiencek (5). Zudem überzeugte Torhüter Silvio Heinevetter mit zahlreichen Paraden. Sigurdsson nutzte die einseitige Partie, um jedem Spieler im Kader nach der kräfteraubenden Bundesliga-Saison Spielanteile zu geben.

Schützenhilfe von Spanien

Durch den 30:24-Erfolg von Ex-Weltmeister Spanien am späten Mittwochabend in Österreich kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im abschließenden Heimspiel gegen Österreich am Sonntag (15.15 Uhr) in Kiel nicht mehr von den ersten beiden Plätzen in Gruppe 7 verdrängt werden.

Somit darf das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson ab sofort für die EM-Endrunde vom 17. bis 31. Januar 2016 in Polen planen. Die EM 2014 hatte die DHB-Auswahl noch verpasst.

DHB-Team lässt Finnland keine Chance

"Wir werden Gas geben", versprach Teammanager Oliver Roggisch unmittelbar vor der Partie im finnischen Vantaa - und sollte Recht behalten. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beherrschte das Geschehen gegen den krassen Außenseiter nach Belieben und feierte den erwarteten vierten Sieg im fünften Quali-Spiel.  "Wir haben als Team wieder sehr gut funktioniert. Das Ergebnis war standesgemäß. Man hat schon in den ersten Minuten gesehen, dass die Mannschaft alles klarmachen wollte. Wir haben die Pflichtaufgabe sehr gut und mit Spaß erledigt, aber wir wissen, dass wir gegen Österreich noch eine Schüppe drauflegen müssen", so Roggisch nach dem Spiel.

Konzentriert, kampfstark, konsequent: Das deutsche Team ließ von Beginn an nichts anbrennen. Hinten machte die 6:0-Abwehr vor dem starken Heinevetter einen ausgezeichneten Job und störte das finnische Aufbauspiel mit kompromissloser Zweikampfführung empfindlich. Vorne zeigten sich die Sigurdsson-Schützlinge kombinationssicher und suchten immer wieder den Weg über Kreisläufer Wiencek.

Hanning lobt Mannschaft

"Wir haben keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir uns für die Europameisterschaft qualifizieren wollen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und bescheinigte dem deutschen Team eine "sehr konzentrierte und fokussierte Vorstellung. Wir waren in allen Belangen überlegen."

Auf der Tribüne konnten sich die Verbandsoberen um Hanning schon nach wenigen Minuten entspannt zurücklehnen. Zwar erzielten die Hausherren die erste Führung, doch schon nach zehn Minuten hatte die deutsche Mannschaft das Spiel unter Kontrolle (7:3). Wenig später war die Partie beim Stand von 13:4 (21.) praktisch entschieden.

Auch Kapitän Uwe Gensheimer zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: „Wir sind sehr konzentriert ins Spiel gegangen und haben uns direkt abgesetzt. Abwehr und zwei starke Torhüter - das war schon sehr gut. Wir müssen jetzt einfach so weitermachen. Dass wir bei den großen Turnieren vertreten sind, ist eminent wichtig für den deutschen Handball.”

Sigurdsson fordert Konzentration bis zum Schluss

Im zweiten Abschnitt baute das DHB-Team seine Führung zunächst aus und lag in der 39. Minute durch einen Treffer von Rückraumspieler Steffen Weinhold erstmals mit zehn Toren in Front.

Doch als es seine Spieler in der Folge zu gemächlich angehen ließen, versammelte Coach Sigurdsson das Team noch einmal zur Auszeit und verlangte, in den Schlussminuten "volle Pulle" zu gehen - wenig später schraubte Deutschland die Führung auf 31:18 (22.).

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