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Heiner Brand wurde als Spieler und Trainer Handball-Weltmeister
Heiner Brand führte Deutschland 2007 zum WM-Titel © Getty Images

Das Präsidium des Deutschen Handballbundes schaltet sich in die Schlammschlacht seiner Hauptakteure ein. Der Verband kritisiert die Angriffe von Heiner Brand auf Bob Hanning.

Der Deutsche Handballbund hat in der Schlammschlacht der letzten Tage rund um den DHB-Vorsitz Stellung bezogen und sich dabei von Ex-Bundestrainer Heiner Brand distanziert.

"Das Präsidium des Deutschen Handballbundes hat mit großem Unverständnis die Äußerungen seines ehemaligen hauptamtlichen Mitarbeiters Heiner Brand über den DHB-Vizepräsidenten Bob Hanning vernommen. Die Interviews von Heiner Brand in der Sport-Bild vom 5. August 2015 sowie in Handball Inside vom 6. August 2015 sind kein Beitrag zu der von vielen gewünschten verbalen Deeskalation", schrieb der DHB in einer Pressemitteilung.

"Die freie Meinungsäußerung ist zu respektieren, nicht jedoch die persönliche Diffamierung und Herabwürdigung eines Menschen. Letzteres entspricht weder den ethischen Grundsätzen des DHB und des Sports im Allgemeinen, noch den Grundsätzen eines respektvollen Miteinanders", ergänzte die Verantwortlichen.

Brand schießt weiter gegen Hanning

Der Weltmeistertrainer von 2007 Brand hatte seine scharfe Kritik an Hanning im Gespräch mit Sky erneut gerechtfertigt. "Man muss wissen, dass ich mit meiner Meinung nicht ganz alleine dastehe", sagte der 63-Jährige: "Viele Spieler, ehemalige Spieler, ehemalige Trainer, die sehr viel für den deutschen Handball geleistet haben, haben in dieser Hinsicht eine ähnliche Meinung."

Man habe "sehr viel in den letzten eineinhalb Jahren über dieses Thema diskutiert", führte Brand weiter aus: "Leider werden nicht alle gehört, stehen nicht so in der Öffentlichkeit wie ich, haben kein Netzwerk oder sind auch teilweise noch mit dem Handball verbandelt und können so nicht offen ihre Meinung sagen."

Brand hatte im Gespräch mit Sport Bild schwere Geschütze gegen Hanning aufgefahren. "Dass der DHB so tief gespalten ist, basiert allein auf der Person von Bob Hanning. Es war vielen bekannt, dass er eine sehr narzisstische Persönlichkeitsausprägung hat. Solche Menschen können keine vernünftige Beziehung aufbauen oder im Team arbeiten", sagte Brand.

Bei Hanning stünden vor allem die "Eigeninszenierungen" im Vordergrund. Hanning hat bisher zu allen Vorwürfen geschwiegen.

Bauer kandidiert erneut

Derweil teilte Bernhard Bauer den 22 Landesverbänden in einem Schreiben mit, das dem SID vorlieg, sich beim außerordentlichen DHB-Treffen am 26. September in Hannover erneut als Präsident zur Wahl stellen.

"Zu dieser Entscheidung stehe ich auch nach nochmaligem Nachdenken", heißt es in dem Brief wörtlich: "Weil ich prinzipiell der Ansicht bin, dass Teamgeist und Fairness, Respekt und Achtung, Courage und Ehrlichkeit nicht verlieren sollten."

Bauer war bereits von September 2013 bis zu seinem überraschenden Rücktritt im März 2015 Präsident des mitgliederstärksten Verbands des Welt gewesen.

Anhaltende Querelen zwischen ihm und Vizepräsident Bob Hanning sollen seinerzeit der Grund für diesen Schritt gewesen sein.

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