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Dagur Sigurdsson ist seit August 2014 Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft
Dagur Sigurdsson ist seit August 2014 Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft © Getty Images

München - Schwankende Leistungen, anhaltende Personalsorgen: Die deutschen Handballer gleichen einer Wundertüte. Sigurdsson steht vor einer kniffligen Entscheidung.

Den letzten freien Tag vor der EM nutzten die deutschen Handballer zum Runterkommen. Auch zum Wäsche Waschen, wie Kapitän Steffen Weinhold am Wochenende noch verriet.

Dagur Sigurdsson gönnte sich dagegen auch am Montag keine Pause. Die schlechte Generalprobe gegen Island und die anhaltenden Personalsorgen lassen ihm keine Ruhe - und so werkelte der Bundestrainer weiter an seinen Baustellen.

"Wir wollen die zwei, drei Tage bis zum Turnier optimal nutzen", sagte Sigurdsson mit Blick auf das EM-Auftaktspiel gegen das Starensemble Spaniens am Samstag (18.30 Uhr LIVETICKER). Es ist nötig, wie auch die jüngste Personalentscheidung des Isländers verriet.

Kadernominierung verspricht Spannung

Trotz der Entwarnung bei den beiden Leistungsträgern Steffen Fäth und Christian Dissinger nominierte der Isländer auch noch Julius Kühn, Akteur Nummer 18, auf der Zielgeraden der EM-Vorbereitung. Ein Indiz dafür, dass die Entwarnung eben doch keine komplette Entwarnung war.

"Wir brauchen die Entlastung, da Christian Dissinger, Steffen Fäth und Niclas Pieczkowski angeschlagen sind", sagte Sigurdsson und ließ damit reichlich Raum für Spekulationen.

Wie viele Spieler der Isländer am Donnerstag mit nach Breslau nimmt, blieb sein Geheimnis. Die endgültige Meldung des 16er-Kaders, mit dem die deutsche Mannschaft am Samstag ins Turnier startet, muss erst am Freitagabend um 20 Uhr bei der technischen Besprechung erfolgen.

Torjäger Dissinger hatte im letzten Testspiel gegen Island (24:27) am Sonntag einen Pferdekuss in der Wade erlitten. Fäth zog sich eine Hüftprellung zu. Sie werden aller Voraussicht nach trotzdem im Kader sein. Fragt sich nur, ob sie auch in der bestmöglichen Verfassung sind. Was für das verletzungsgeplagte Team generell gilt.

Leistungsschwankungen geben Rätsel auf

Die deutsche Mannschaft gleicht nach den verletzungsbedingten Absagen von vier Stammspielern, unter ihnen auch Kapitän Uwe Gensheimer, einer Wundertüte.

Nach ansprechenden Leistungen gegen Tunesien (37:30) und Island (26:25) hinterließ das umformierte Team im letzten Test am Sonntag viele Fragezeichen. Die deutschen Spieler wirkten überraschend uninspiriert, agierten fahrig in Abwehr und Angriff und leisteten sich reihenweise Fehlwürfe.

DHB-Vizepräsident Bob Hanning deutet die Misere dennoch mit einem gewissen Maß an Trotz zur Chance um: "Sicher sind viele zentrale Spieler nicht dabei, aber ich sage ganz provokant: Das ist gut so! Wenn wir wirklich großen Erfolg haben wollen, müssen wir gucken, auf welche Spieler wir in Zukunft bauen können."

Er warnt allerdings auch: "Keine Mannschaft bei der Eurpopameisterschaft wird schlechter sein als Island, von daher gilt es, eine maximale Fokussierung zu haben."

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