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Andreas Wolff (l.) und Fabian Wiede (3.v.r.) sind in Stefan Kretzschmar Augen sicher in Rio dabei - anders als Jannik Kohlbacher, Simon Ernst, Johannes Sellin, Niclas Pieczkowski und Martin Strobel
Andreas Wolff (l.) und Fabian Wiede (3.v.r.) sind in Stefan Kretzschmar Augen sicher in Rio dabei - anders als Jannik Kohlbacher, Simon Ernst, Johannes Sellin, Niclas Pieczkowski und Martin Strobel © SPORT1 / Imago

Stefan Kretzschmar schätzt die Chancen von 30 Spielern auf Olympia ein: Wer ist sicher dabei, wer eher nicht? Sechs Europameister wackeln, die T-Frage ist brisant.

Noch liegen die Olympischen Spiele für das DHB-Team in weiter Ferne, doch das Casting für Rio hat mit den beiden Länderspielen gegen Katar bereits begonnen.

Wer hat die besten Karten, bei den Sommerspielen im August im Nationalteam zu stehen? Wer sind die Wackelkandidaten, und wer hat nur Außenseiterchancen auf ein Ticket nach Rio?

SPORT1 hat mit Handball-Ikone Stefan Kretzschmar über die Aussichten der 30 Top-Kandidaten gesprochen. Nur 14 davon darf Dagur Sigurdsson mit nach Brasilien nehmen.

"Prinzipiell ist es schwer, jetzt schon eine Kategorisierung vorzunehmen, weil natürlich in den nächsten Monaten viel passieren kann", betont der 218-malige Nationalspieler. Und: "Es kommt unheimlich darauf an, wer fit bleibt, wer sich nicht verletzt. Und auch wer in der Liga eine ansteigende Form hat."

Stand jetzt ordnet Kretzschmar die 30 Top-Kandidaten wie folgt ein:

Sicher dabei

Andreas Wolff (HSG Wetzlar)

Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen)

Rune Dahmke (THW Kiel)

Steffen Fäth (HSG Wetzlar)

Finn Lemke (SC Magdeburg)

Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten)

Fabian Wiede (Füchse Berlin)

Tobias Reichmann (KS Vive Tauron Kielce/POL)

Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen)

Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen)

Steffen Weinhold (THW Kiel)

Patrick Wiencek (THW Kiel)

Auf den Außenpositionen sind die wiedergenesenen Gensheimer und Groetzki gesetzt, glaubt Kretzschmar. Besetzt Sirgurdsson die Positionen doppelt, gelte das auch für Dahmke und Polen-Legionär Reichmann: "Nach der EM kannst du auf Tobi Reichmann eigentlich nicht verzichten. Er hat super gespielt - auch als Siebenmeter-Schütze."

Wahrscheinlich:

Paul Drux (Füchse Berlin)

Erik Schmidt (TSV Hannover-Burgdorf)

Christian Dissinger (THW Kiel)

Die Chancen von Erik Schmidt und Jannik Kohlbacher (Wackelkandidat) hängen laut Kretzschmar maßgeblich von Patrick Wienceks Reha ab, der seit Oktober des vergangenen Jahres wegen eines Kreuzbandrisses ausfällt. Wenn Wiencek schnell zu alter Stärke findet, wird es schwer für die beiden, glaubt Kretzschmar.

Wackelkandidaten:

Julius Kühn (VfL Gummersbach)

Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke)

Kai Häfner (TSV Hannover-Burgdorf)

Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar)

Simon Ernst (VfL Gummersbach)

Johannes Sellin (MT Melsungen)

EM-Star Kai Häfner zählt für Kretzschmar nach seinem Mittelhandbruch aus dem ersten Spiel gegen Katar zu den Fragezeichen. Die Situation im Mittelblock habe sich durch Häfners Verletzung nun geändert.

Julius Kühn hat Kretzschmar vor allem mit seinen starken Auftritten gegen Katar überzeugt. Bei Niclas Pieczkowski - wie alle sechs Wackelkandidaten von Kretzschmar beim EM-Triumph dabei - glaubt Kretzschmar allerdings, "dass er vielleicht derjenige ist, der der Rehabilitation der Verletzten am ehesten zum Opfer fallen wird."

Geringe Chancen:

Michael Allendorf (MT Melsungen)

Dario Quenstedt (SC Magdeburg)

Stefan Kneer (Rhein-Neckar Löwen)

Michael Müller (MT Melsungen)

Evgeni Pevnov (VfL Gummersbach)

Manuel Späth (Frisch Auf Göppingen)

"Man muss davon ausgehen, dass die meisten EM-Spieler dabei sind, aber da kommen jetzt mit Gensheimer, Groetzki, Wiencek und Drux noch vier Neue dazu", erklärt Kretzschmar seine Entscheidung. Da ist es klar, dass am Ende auch einige hinten herunterfallen.

Trotzdem betont Kretzschmar: "Die Mannschaft, die man zum jetzigen Zeitpunkt nominieren würde, würde mit der Mannschaft aus Rio wahrscheinlich nichts zu tun haben, weil Verletzungen einen Strich durch die Rechnung machen und Verletzte zurückkommen werden."

Völlig offen:

Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach)

Silvio Heinevetter (Füchse Berlin)

Keine Prognose will Kretzschmar darüber abgeben, wer hinter Stammtorhüter Andreas Wolff als Nummer Zwei nach Rio fahren könnte.

"Heinevetter hat gut in Leipzig gehalten. Lichtlein ist allerdings auch eine Institution. Da jetzt eine Kategorisierung vorzunehmen, ist brutal schwer und würde auch den Spielern nicht gerecht werden", meint Kretzschmar. "Ich glaube, dass das der Bundestrainer selbst noch gar nicht weiß."

Die nächste Chance, sich vor Bundestrainer Dagur Sigurdsson zu beweisen, haben die deutschen Handballer bereits am 1. April in Köln gegen Dänemark  (20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1), bevor es am 3. April in Gummersbach auf Österreich trifft.

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