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München - Für Stefan Kretzschmar bedeutet der dritte Platz bei Olympia weitaus mehr als Bronze. Der SPORT1-Experte lobt die Einstellung von Team und Trainer.

Hallo Handball-Fans,

diese Bronzemedaille von Rio ist geil. Ich glaube, dass nach der Europameisterschaft viele gedacht haben, das könnte eine Eintagsfliege gewesen sein. Für alle Spieler waren es die ersten Olympischen Spiele. Das muss man sich mal vorstellen.

Da bist du da - und ich kenne es ja von meinen ersten Spielen 1996 - und bist völlig geflasht. Total überwältigt von diesem Olympischen Dorf, den ganzen Athleten und diesem Zusammenhalt.

Sich da auf den Sport zu konzentrieren, ist nicht einfach. Das haben die Jungs super gemacht. Man hört auch jetzt in den ganzen Interviews, dass sie wenig andere Sportarten unterstützen konnten, wenig anderes gesehen haben, weil sie sich voll und ganz auf ihren Erfolg konzentriert haben. Und das ist eine großartige Leistung vom Trainerteam um Dagur Sigurdsson, die Mannschaft so fokussiert zu halten.

Aber auch von den Spielern ist es grandios, zu sagen: "Wir sind jetzt bei den Olympischen Spielen und wollen hier unbedingt eine Medaille holen". Nach Gold bei der EM nun Bronze bei den Olympischen Spielen ist für den deutschen Handball sensationell!

Für den deutschen Handball ist es ein unfassbarer Aufschwung, den wir durch diese Truppe hier gerade erleben. Super, dass wir bis auf Polen-Legionär Tobias Reichmann und PSG-Zugang Uwe Gensheimer alle gleich wieder in der Bundesliga (ab 4. September live im TV auf SPORT1) in Aktion erleben können - Mannheims Hendrik Pekeler und Patrick Groetzki sowie Magdeburgs Finn Lemke schon am nächsten Mittwoch (19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im GRATIS-STREAM) beim Pixum Super Cup.

Wie sich die Jungs in Brasilien präsentiert haben, darüber muss man gar nicht diskutieren. Das ist eine ganz sympathische Mannschaft, diese "Bad Boys", die ja eigentlich gar keine sind.

Das olympische Handball-Turnier ist natürlich das größte Sportereignis der Welt für jeden Handballer. Dort dann noch eine Medaille zu gewinnen, was ja nur den allerwenigsten in ihrem Leben vergönnt ist, das ist Gold wert. Das bleibt.

Vor nicht allzu langer Zeit sind wir ja froh gewesen, dass wir uns überhaupt mal wieder für ein Turnier qualifiziert haben. Anderthalb Jahre nach dem Dienstantritt von Dagur Sigurdsson reden wir nun davon, dass wir ein permanenter Medaillenanwärter sind. Das ist eine rasante Entwicklung, der man Respekt zollen sollte.

Eurer Kretzsche

Stefan Kretzschmar, 43, ist seit 2009 als Experte und Co-Kommentator das Handball-Gesicht von SPORT1. Der neben Heiner Brand wohl bekannteste deutsche Handballer hat in 218 Länderspielen 817 Tore für den DHB erzielt, gewann unter anderem Olympia-Silber in Athen 2004. In der Bundesliga war der ehemalige Weltklasse-Linksaußen für den SC Dynamo Berlin, Blau-Weiß Spandau, den VfL Gummersbach und zuletzt den SC Magdeburg aktiv, mit dem er 2002 die Champions League gewann. Bei SPORT1.de analysiert "Kretzsche" wöchentlich in seiner Kolumne das Handball-Geschehen.

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