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Dagur Sigurdsson reagiert nach dem Auftaktsieg in der EM-Quali auf die Wechselgerüchte. Er könne nicht nur an sich denken. Verlässt er sogar die Handball-Bühne?

Der Sieg gegen Portugal beim EM-Qualifikationsauftakt war leicht errungen, danach äußerte sich Trainer Dagur Sigurdsson ein weiteres Mal zu seinem drohenden Abgang vom DHB-Team. Er hob die Bedeutung seiner Familie hervor.

"Ich muss eine private Entscheidung für mich und meine Familie treffen", sagte Sigurdsson bei SPORT1. "Wir werden darüber in Ruhe sprechen."

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Derlei Worte heizen jene Gerüchte an, wonach er den DHB verlasse, um anderen Tätigkeiten nachzugehen - vielleicht sogar in seinem Heimatland Island. SPORT1-Handballexperte Stefan Kretzschmar hatte in seiner wöchentlichen SPORT1-Kolumne bereits spekuliert, dass Sigurdsson zum Beispiel sein Engagement als Hotelier auf Island ausweiten könnte. Und der Noch-Bundestrainer selbst bestätigte diese Theorie.

"Es ist auch vorstellbar, dass ich etwas anderes mache außerhalb des Handballs", erklärte Sigurdsson und schob hinterher: "Aber ich verlasse dieses Projekt auch nicht ohne guten Grund."

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Kretzschmar betonte aber auch, dass der DHB mit allen Mitteln um einen Verbleib von Sigurdsson kämpfen sollte.

Der Vertrag des Isländers läuft noch bis 2020, eigentlich war als großes gemeinsames Ziel die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio ausgerufen. Allerdings gibt es eine Option, die es Sigurdsson ermöglicht, den Vertrag bis zum 31. Dezember 2016 aufzulösen. Dann wäre schon nächstes Jahr Schluss für ihn als Bundestrainer.

Der Isländer, zu seiner aktiven Zeit unter anderem Spielmacher beim damaligen Bundesligisten LTV Wuppertal, hatte das Nationalteam 2014 in einer großen sportlichen Krise übernommen.

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Sigurdsson - der Erfolgsgarant

Die deutschen Handballer hatten damals die sportliche Qualifikation für die WM 2015 verpasst, durften nur aufgrund einer Wildcard des Handball-Weltverbandes IHF an dem Turnier in Katar teilnehmen. Sigurdsson gelang es allerdings, dem Team wieder auf die Beine zu helfen und wurde schnell zum Erfolgsgaranten.

Im Wüstenstaat erreichte das DHB-Team das WM-Viertelfinale, bei der diesjährigen Europameisterschaft in Polen holten die "Bad Boys" sensationell den Titel und auch bei den Olympischen Spielen in Rio stand mit Bronze am Ende Edelmetall zu Buche.

Eine solche Identifikationsfigur wie Sigurdsson zu verlieren wäre also ein harter Schlag für den deutschen Handball.

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