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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bezwingt die Schweiz nach hartem Fight in der EM-Quali. Die Bad Boys führen die Gruppe nun mit vier Punkten an.

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Ungeachtet der Diskussionen um die Zukunft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson halten die deutschen Handballer weiter Kurs auf die EM 2018 in Kroatien.

Der Titelverteidiger gewann trotz einer schwachen Leistung auch sein zweites Qualifikationsspiel in Zürich gegen Gastgeber Schweiz mit 23:22 (12:11) und führt die Gruppe 5 mit 4:0 Punkten an.

Zum Auftakt der EM-Qualifikation hatte der Olympiadritte Portugal am vergangenen Mittwoch in Wetzlar noch klar bezwungen (35:24).

Matchwinner Weinhold

Beste Werfer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen die Eidgenossen waren Kapitän Uwe Gensheimer und Steffen Weinhold mit jeweils vier Treffern. Der Kieler Weinhold traf rund eine Minute vor dem Ende auch zum glücklichen Sieg.

Das nächste Qualifikationsspiel steht erst im Mai 2017 in Slowenien an. Die ersten beiden Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die EM.

"Verdiente Sieger"

"Es war Glück und Können", sagte Torhüter Silvio Heinevetter nach dem Zittersieg.

Teammanager Oliver Roggisch lobte den Kampfgeist der Mannschaft. "Man muss auch solche Spiele gewinnen, wo man nicht gut spielt. Solche Siege sind noch schöner. Wir sind der verdiente Sieger, auch wenn die Schweiz gut gespielt hat", sagte Roggisch.

In der Anfangsphase zeigten die Gäste zu wenig Aggressivität in der Abwehr, der Außenseiter hielt bis zum 4:4 (8. Minute) gut mit. Angetrieben von einem guten Rückraum agierte die DHB-Auswahl in der Folge konzentrierter und setzte sich nach einem Treffer von Weinhold auf 8:4 (13.) ab.

Schmid mit starker Leistung

Doch das Spiel des Favoriten war vor 10.040 Zuschauern weiterhin zu fehlerhaft, hinzu kamen einige Zeitstrafen. Bei den Schweizern kam zudem ab der zwölften Minute Andy Schmid vom deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen nach seiner auskurierten Virusinfektion zum Einsatz.

Schmid stellte die deutsche Deckung vor einige Probleme und glänzte als Torschütze und Vorbereiter. Er glich auch in der 29. Minute zum 11:11 gegen einen in der ersten Halbzeit starken Torhüter Andreas Wolff aus.

Nach dem Wechsel hatten die "Bad Boys" weiter große Mühe. Fehlwürfe und Fehlpässe im Angriff, Nachlässigkeiten in der Abwehr - die mutig auftretende Schweiz hielt das Spiel gegen eine in dieser Phase schwache deutsche Mannschaft weiter offen.

Manuel Liniger glich nach einem Tempogegenstoß zum 18:18 aus (45.).

Glaube an die Sensation

Die Zuschauer unterstützten die Schweizer lautstark. Sie glaubten an die Sensation, erst recht, als Cedrie Tynowski gegen den inzwischen eingewechselten Torhüter Silvio Heinevetter für die erste Schweizer Führung sorgte (20:19/47.).

Obwohl Sigurdsson den siebten Feldspieler brachte, schaffte es die DHB-Auswahl nicht, sich in gute Wurfpositionen zu bringen, hatte aber dennoch knapp das bessere Ende für sich.

In einer spannenden Schlussphase hielt Heinevetter stark, und Weinhold behielt bei seinem entscheidenden Treffer die Nerven.

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