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Christian Prokop mischt mit Leipzig derzeit die DKB HBL auf
Christian Prokop mischt mit Leipzig derzeit die DKB HBL auf © Getty Images

Der Deutsche Handballbund findet einen Wunschkandidaten für seinen abwanderungswilligen Trainer Dagur Sigurdsson. Der Coach kommt aus der Bundesliga.

Christian Prokop, Trainer des Bundesligisten SC DHfK Leipzig, ist der Wunschkandidat des Deutschen Handballbundes (DHB) für die mögliche Nachfolge von Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Einen entsprechenden Bericht der Sport Bild bestätigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem SID.

"Ja, ich habe für den Fall einer Notwendigkeit eine grundsätzliche Bereitschaft bei Christian Prokop nachgefragt", sagte Hanning.

Prokop, der in der vergangenen Spielzeit als "Trainer der Saison" ausgezeichnet wurde, besitzt in Leipzig noch einen Vertrag bis 2021 ohne Ausstiegsklausel. Nach SID-Informationen ist Prokop sehr an der Aufgabe interessiert, die Verhandlungen mit den DHfK-Verantwortlichen über eine vorzeitige Freigabe sind in vollem Gange.

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"Selbstverständlich wird der Trainer nicht allein die Entscheidung treffen, sondern in erster Linie die Verantwortlichen", sagte Hanning: "Für uns gilt es, auf die Leipziger Interessen Rücksicht zu nehmen." Prokop soll die Arbeit beim DHB im Sommer 2017 aufnehmen.

Bei Prokops Klub DHfK reagierte man nüchtern. Sollte sich ein Interesse konkretisieren, werde man sich "mit Christian Prokop hinsetzen und fragen, was seine Wünsche sind", erklärte Geschäftsführer Karsten Günther. Aber auch der Klub müsse an seine Verantwortung denken "und sich überlegen, wie man einen solchen Verlust wirtschaftlich auffangen kann", meinte Günther, der damit indirekt eine finanzielle Entschädigung ins Gespräch brachte.

Bei SPORT1 noch abgelehnt

Dabei hatte Prokop dem DHB am vergangenen Sonntag auf SPORT1-Nachfrage noch eine Absage erteilt. "Es ist mit Sicherheit eine Ehre, aber ich bin noch ein sehr junger Trainer. Ich befasse mich nicht damit."

Prokop seit 2013 in Leipzig

Prokop ist seit 2013 Trainer in Leipzig, schaffte 2015 den Aufstieg in die Bundesliga und sorgt dort mit seinem Team aktuell für Furore. Vor seinem Wechsel auf die Trainerbank spielte der gebürtige Köthener unter anderem beim HC Wuppertal und bei der GWD Minden.

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Noch keine Kündigung von Sigurdsson

Noch-Bundestrainer Sigurdsson steht beim DHB vor dem Abgang. Dem Isländer liegt eine unterschriftsreife Offerte aus Japan vor. Der Vertrag des Erfolgstrainers beim DHB läuft eigentlich bis 2020, eine Option - zu ziehen bis zum 31. Dezember dieses Jahres - ermöglicht ihm allerdings den vorzeitigen Ausstieg zum 30. Juni 2017.

"Dagur hat noch einen rechtskräftigen Vertrag, der noch nicht gekündigt ist", sagte Hanning: "Er befindet sich zurzeit in der Prüfung seiner Angebote." Sigurdsson, der das DHB-Team zum EM-Titel und zu Olympia-Bronze geführt hat, will sich bis Ende November entscheiden.

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