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Holger Glandorf
Holger Glandorf glänzte gegen Österreich mit drei Toren © dpa Picture Alliance

Bundestrainer Dagur Sigurdsson beordert Holger Glandorf zurück in den Kader. Gegen Österreich überzeugt der Flensburger - doch das WM-Comeback ist noch immer fraglich.

Überraschung kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft: Holger Glandorf, Weltmeister von 2007, kehrte in die Nationalmannschaft zurück und lief beim letzten Test vor dem Turnier in Frankreich am Montagabend gegen Österreich für die deutschen Handballer auf. Beim klaren 33:16-Erfolg spielte Glandorf 20 Minuten in der ersten Halbzeit und zeigte dabei eine gute Leistung.

Ob der Linkshänder auch bei der WM zum Einsatz kommen wird, ist weiter offen.

Glandorf muss nicht vorspielen

"Über die Qualität eines Holger Glandorf brauchen wir uns nicht zu unterhalten, vorspielen braucht er auch nicht", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning: "Es geht aber darum, dass er nicht ganz aus der Kalten heraus mit dieser Nationalmannschaft spielt, wenn man ihn aufgrund der Verletzungssorgen braucht."

Glandorf hatte im Herbst 2014 seinen Rücktritt erklärt und bestritt unter Sigurdsson noch kein Länderspiel. Insgesamt bringt es der 33 Jahre alte Rückraumspieler von der SG Flensburg-Handewitt bislang auf 168 Einsätze, in denen er 579 Tore erzielte. Damit ist Glandorf, der gemäß der Absprache mit Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach dem Spiel gegen Österreich zunächst wieder die Heimreise angetreten hat, der erfahrenste Nationalspieler im aktuellen Kader.

"Ich fahre morgen nach Hause, und übermorgen geht die Vorbereitung mit Flensburg los. Wenn was passieren sollte, stehe ich parat. Den Rest warten wir ab", sagte Glandorf nach der Partie in Kassel.

"Wir wissen, dass er super drauf ist. Wir wissen aber auch, dass er keine zehn Spiele in drei Wochen machen kann. Das müssen wir respektieren", äußerte sich Bundestrainer Sigurdsson über die Personalie Glandorf.

Gensheimer reist nach Trauerfall ab

Kapitän Uwe Gensheimer konnte gegen Österreich nicht auflaufen. Der Linksaußen, dessen Vater am Sonntag unerwartet starb, verließ das deutsche Team und befindet sich derzeit bei seiner Familie in Mannheim. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ist unklar, auch sein Einsatz bei der WM steht offenbar auf der Kippe.

"Die Entscheidung liegt einzig und allein bei ihm. Er muss sehen, wie stabil seine persönliche Situation ist", sagte Hanning.

Coach Sigurdsson reduzierte den Kader unterdessen um drei Spieler. Bereits am Sonntag haben die Rückraumspieler Philipp Weber und Jens Schöngarth sowie Kreisläufer Erik Schmidt das SportCentrum Kamen-Kaiserau verlassen und die Heimreise angetreten.

Sigurdsson darf für das WM-Auftaktspiel gegen Ungarn bis Donnerstagabend 16 Spieler benennen. Denkbar ist weiter die Variante, dass Glandorf den Kader im Laufe des Turniers auffüllt.

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