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Rouen - Gegen Kroatien (ab 17.45 Uhr im Stream u. Ticker) geht es für die Bad Boys um den Gruppensieg. Dieses bringt einige Vorteile. SPORT1 zeigt, warum ein Sieg wichtig ist.

Es wird endgültig ernst bei der Handball-WM: Mit Kroatien (17.45 Uhr im LIVETICKER und im LIVESTREAM auf handball.dkb.de) wartet im fünften und letzten Gruppenspiel das erste echte Weltklasse-Team auf die Deutschen.

"Wir müssen ans Limit kommen", forderte Bundestrainer Dagur Sigurdsson im SPORT1-Interview und gab die Marschroute vor: "Wir müssen die Einstellung mitbringen, als Mannschaft auftreten und um jeden Zentimeter kämpfen. Gleichzeitig gilt es, taktisch kühlen Kopf zu bewahren und 60 Minuten ohne große Schwankungen durchzuziehen."

Trotz des bereits feststehenden Achtelfinaleinzugs ist die Partie gegen Kiels Superstar Domagoj Duvnjak und seine Mitspieler von eminenter Bedeutung. SPORT1 erklärt warum.

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- Leichterer Gegner

Die Partie der beiden ungeschlagenen Teams entscheidet über den Gruppensieg. Deutschland würde dafür aufgrund des besseren Torverhältnisses ein Unentschieden reichen. Es geht im Achtelfinale dann entweder gegen den Dritten oder den Vierten der Gruppe D, höchstwahrscheinlich also Ägypten oder den vermeintlich leichteren Gegner Katar. Bei den Arabern fehlen einige ihrer für die Heim-WM eingebürgerten Stars.

Ägypten spielt als Außenseiter noch gegen Schweden (Fr., 17.45 Uhr im LIVETICKER), Katar dürfte gegen Dänemark (Fr., 20.45 Uhr im LIVETICKER) chancenlos sein. Als Gruppenzweiter wären sogar die starken Schweden als Kontrahent theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Es läuft wohl auf Katar oder Ägypten hinaus - lösbare Aufgaben für die deutsche Auswahl, wobei die Nordafrikaner noch etwas unangenehmer einzuschätzen sind.

Als Gruppensieger ginge man zudem in einem möglichen Viertelfinale Spanien aus dem Weg. (Der Spielplan der Handball-WM). 

- Einfachere Logistik

120 oder 850 Kilometer? Gewinnt Deutschland Gruppe C, geht es für das Achtelfinale aus Rouen direkt ins vergleichsweise nahe gelegene Paris. Dort würden auch alle möglichen weiteren Partien bis hin zum Finale steigen. Wird man Zweiter, muss man nach Montpellier ans Mittelmeer.

Auch wenn der Trip mit einem Charterflieger geschehen würde, wäre es doch wesentlich einfacher und weniger strapaziös, gleich in der Hauptstadt Quartier zu beziehen.

- Selbstbewusstsein sammeln

Sigurdsson spricht gerne von der Welle, die man treffen muss, um in einem Turnier Erfolg zu haben. Auch wenn es bei der WM-Mission in einigen Bereichen noch Luft nach oben gibt, läuft doch alles nach Plan, wie er am Donnerstag bestätigte.

Der fünfte Sieg im fünften Spiel, diesmal gegen ein Topteam, würde diesen Lauf bestätigen und für eine breite Brust sorgen. Eine Niederlage dagegen könnte zumindest leise Zweifel wecken und die Euphorie etwas hemmen. "Natürlich ist es wichtig zu wissen, dass man die Top-Gegner schlagen kann. Wir wollen Erster werden, um ein gutes Gefühl zu haben", sagte Steffen Fäth zu SPORT1.

- Praxis für Nachrücker

Mit Holger Glandorf und dem überraschend nominierten Hendrik Pekeler hat Sigurdsson gleich zwei Mann neu dabei. Beiden wird in ihrem ersten WM-Spiel in Frankreich keine Schlüsselrolle zukommen, aber wenn sie (erfolgreiche) erste Minuten im Turnier sammeln, wird das für den weiteren Verlauf der WM helfen.

- Horrorbilanz aufbessern

Bei großen Events wie Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spielen sahen die Deutschen gegen Kroatien bislang kaum Land. Sieben Niederlagen und einem Unentschieden steht nur ein Sieg bei der EM 2002 entgegen. Besonders schmerzhaft war die Niederlage im olympischen Finale von Athen 2004.

- Zeichen setzen

Die Titelfavoriten, allen voran die Franzosen und die Dänen, schauen genau, was Europameister Deutschland macht.

Mit einer Demonstration der Stärke würde man auch das Signal senden: Wer Weltmeister werden will, muss an uns vorbei!

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