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Dagur Sigurdsson (r.) wird nach der WM als Bundestrainer aufhören © Getty Images

Die Bad Boys lassen Rumänien im Testspiel keine Chance. Dennoch klappt noch nicht alles. Zwei Dinge will der Bundestrainer verbessern, eine schwierige Personalentscheidung droht.

Dagur Sigurdsson nahm einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, lächelte kurz, setzte dann aber wieder eine ernstere Miene auf. "Wir müssen überall noch ein Stück draufpacken", sagte der Bundestrainer trotz des souveränen 30:21 (17:9)-Erfolgs im ersten WM-Test gegen den viermaligen Weltmeister Rumänien in Krefeld.

Eine Woche vor dem Start der WM in Frankreich (11. bis 29. Januar) ist Europameister Deutschland auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. "Unser Zusammenspiel im Angriff muss besser werden", forderte Sigurdsson und fügte mit fester Überzeugung an: "Und es wird auch besser. Das ist eine Zeitfrage." 

Den "Bad Boys" merkte man gegen die international nur zweitklassigen und nicht für die WM qualifizierten Rumänen an, dass sie seit dem ersten Treffen am 28. Dezember erst drei gemeinsame Trainingseinheiten absolviert hatten. (SERVICE: Der WM-Spielplan)

Neben dem Feinschliff im Angriff wird der nach der WM scheidende Bundestrainer sein Hauptaugenmerk bis zur WM-Generalprobe am 9. Januar in Kassel gegen Österreich auf die Abwehr legen.

Weitere Abwehrformationen gesucht 

Gegen Rumänien funktionierte die 6:0-Formation mit einem starken Torhüter Silvio Heinevetter dahinter schon gut, doch Sigurdsson will Alternativen. "Wir nehmen sehr gerne eine zweite oder dritte Abwehrformation mit zu einem Turnier", sagte der Isländer.

In den kommenden Tagen wird er im SportCentrum Kamen-Kaiserau auch eine 5:1- und eine offensive 3-2-1-Deckung einstudieren lassen.

Dass es gegen die Rumänen in der zweiten Halbzeit einen Leistungsabfall gab, hatte Sigurdsson selbst zu verantworten. Er gönnte allen 17 Profis auf dem Spielberichtsbogen Einsatzzeit. "Wir haben viel durchgewechselt, daher war es mit dem Rhythmus schwierig", sagte Sigurdsson.

Schwierige Personalentscheidung

Tobias Reichmann pausierte aufgrund muskulärer Probleme in der Wade, gegen Österreich soll der Rechtsaußen aber wieder zur Verfügung stehen. Sigurdsson muss bis zum WM-Auftakt am 13. Januar gegen Ungarn noch zwei Spieler aus seinem 18er-Kader streichen. "Das wird eine enge Entscheidung. Alle sind gut drauf", sagte Sigurdsson, der in den kommenden Tagen im Training ganz genau hinschauen wird: "Die Entscheidung hat mit dem Spiel gegen Österreich nichts zu tun."

Die Spieler gehen mit der Situation gelassen um, ebenso mit der kurzen Vorbereitungszeit bis zum Turnierstart. "Bei uns im Handball ist es eben so, dass man keine sechs Wochen Vorbereitungszeit hat", sagte Uwe Gensheimer.

Der Kapitän sieht beim Olympia-Dritten ebenfalls noch "Steigerungspotenzial". Wie Sigurdsson macht sich aber auch der Linksaußen keine Sorgen: "Das bekommen wir schon hin."

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